Hypo Tirol Bank in Schieflage
„Die Verunsicherung bei den Bürgern ist groß und auch ich mache mir große Sorgen. Zuerst sagt Hypo Chef Gruber die Lehmann Pleite koste der Landesbank Hypo Tirol einige Millionen Euro. Jetzt gibt er darüber hinaus zu, dass die Hypo mit riskanten Island Geschäften Verluste gemacht hat. Ich will als Abgeordneter im Sinne der Bürger wissen, wie groß die tatsächlichen Verluste der Hypo Tirol Bank sind und wie hoch das Risiko für den Eigentümer, das Land Tirol, ist. Ich will eine Garantie von LH Platter als Eigentümervertreter, dass sich die Tiroler Bürger keine Sorgen machen müssen“, sagt LA Fritz Dinkhauser, von der zweitstärksten Partei in Tirol.

Die Fakten:

  • Laut Konzernbericht 2007 hat die Hypo Tirol Bank 4,8 Milliarden Euro an Eigenveranlagungen getätigt. Das ist etwas weniger als die Hälfte der gesamten Bilanzsumme von 12,6 Milliarden Euro.
  • Schon im Jahr 2007 ist der risikobereinigte Gewinn von 44,8 Millionen Euro auf 34,8 Millionen Euro, also um 10 Millionen Euro geschrumpft.
  • Laut Prognose dürfte der Gewinn auch heuer zurückgehen.
  • Bei den Derivaten steht die Hypo Tirol Bank im Halbjahr 2008 bei einem Minus von 395 Millionen Euro.
  • LH Platter empfiehlt der Hypo Tirol Bank 100 Millionen Euro aus der staatlichen Bankenhilfe zu nehmen (APA, 03.11.08)

Die Chronologie:

  • In der TT vom 17.10.2008 sagt Hypo-Vorstandsvorsitzender Dr. Hannes Gruber, „die Lehman Brothers Pleite werde auch der Hypo Tirol Bank einige Millionen kosten. Genaues stehe noch nicht fest“.
  • In der APA vom 03.11.08 empfiehlt LH Platter der Hypo Tirol Bank 100 Millionen Euro Staatshilfe zu nehmen. Die Bank “stehe aber sehr gut da”.
  • In der TT vom 04.11.08 wird konkretisiert: Die Lehmann Pleite dürfte 7 Millionen Euro kosten. Riskante Island-Geschäfte 2 Millionen Euro.

Die Bürger verdienen Aufklärung. Der 100 Prozent Eigentümer der Hypo ist das Land Tirol

Die Liste Fritz Dinkhauser – Bürgerforum Tirol will durch eine mündliche und schriftliche Anfrage im kommenden Landtag in Erfahrung bringen, wie es tatsächlich um die finanziellen Schwierigkeiten der Hypo Tirol Bank steht.

Die Fragen:

  • Wie hat die Hypo Tirol Bank die 4,8 Milliarden Euro veranlagt?
  • Steckt die Hypo Tirol Bank in der Island-Krise drinnen?
  • Hat die Hypo Tirol Bank Gelder in der Hypo Real Estate?
  • Wie riskant hat die Hypo Tirol Bank die Gelder veranlagt?
  • Wie ist der aktuelle Kurswert?
  • Mit welchen Ausfällen ist zu rechnen?
  • Welche sonstigen Risiken gibt es in der Hypo Tirol Bank?
  • Was ist an Verlusten zu erwarten?
  • Wer bezahlt die zu erwartenden Verluste der Hypo Tirol Bank?
  • Welche Mitglieder des AR haben den 4,8 Milliarden Euro Eigenveranlagungen zugestimmt?
  • Von wem sind die Mitglieder des AR informiert worden?
  • Waren die Mitglieder des AR über die Risiken informiert?
  • Wie viel verliert das Land an Dividende?
  • Welche Landesunternehmen haben ihre Gelder bei der Hypo Tirol Bank?
  • Sind diese Gelder der Landesunternehmen sicher?
  • Braucht die Hypo Tirol Bank staatliche Hilfe?
  • Braucht die Hypo Tirol Bank mehr als die angekündigten 100 Mio. „staatliche Hilfe“?
  • Wenn ja, wie viel und von wem?
  • Muss das Land Tirol Gelder zuschießen?
  • Steht die Hypo Tirol Bank zum Verkauf?
  • Ist die Hypo Tirol Bank in Ihrer Existenz gefährdet?
  • Sind die Spareinlagen der Bürger der Hypo Tirol Bank sicher?
  • Sind die Kundengelder sicher?
  • Sind die Wohnbauförderungsgelder sicher?
  • Stimmt es, dass diese Gelder nicht unter die staatliche Einlagensicherung fallen?
  • Muss die Hypo Tirol Bank Personal abbauen?

Landesbank statt Zockerbank!

„Ich sage Schuster Gruber bleib bei deinen Leisten. Wir brauchen keine Großmannssucht. Das ist eine Frage der Moral. Die Hypo hat nicht im Casino der Hochfinanz zu zocken, sie ist eine kleine Landesbank. Als Leitbank im Besitz des Landes hat sie die Verantwortung für die Bürger und die kleinen und mittleren Unternehmen. Mir geht es in keinster Weise darum, jemanden zu vernadern. Aber wenn ich höre, dass nur die Spareinlagen gesichert sind, Anleihen, Pfandbriefe, und Landesgelder wie die Wohnbauförderung und womöglich TIWAG-Gelder aber nicht, dann ist jetzt eine volle Haftung durch das Land nötig. Als ein Signal der Sicherheit“, meint LA Dinkhauser.