Ein erschöpfter Arzt

Landtagsanfrage der Liste Fritz zur Ärztearbeitszeit!

Wie viele Ärzte an der Universitätsklinik Innsbruck und am LKH Hall haben sich entschieden, mehr als 48 Stunden Dienst zu versehen? Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol kann heute aufbauend auf einer Landtagsanfrage dazu für die einzelnen Kliniken konkrete Zahlen vorlegen.

Schwierige Situation an Klinik Innsbruck und am Landeskrankenhaus Hall!

“Aus der Anfragebeantwortung lassen sich fünfzehn Problemkliniken an der Uniklinik Innsbruck und fünf am Landeskrankenhaus Hall ausmachen. In Innsbruck sind etwa die Hautklinik (Dermatologie), die plastische Chirurgie, die Augenheilkunde, die Orthopädie, die Anästhesie, die Gynäkologie, die Pädiatrie, die Innere Medizin oder die Unfallchirurgie besonders betroffen. Zwischen 50% und bis zu 94% der Ärzte haben sich dort entschieden, nicht mehr als 48 Stunden Dienst zu versehen. Damit wird es dort schwierig Dienstpläne so zu erstellen, dass die Patientenversorgung darunter nicht leidet”, analysiert FRITZ-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider.

Im Wortlaut:

Eine Anfragebeantwortung der Liste Fritz

 

Anfragebeantwortung von LR Tilg zur Patientenversorgung in Tirol, vom 20. Jänner 2016

 

Derzeitige Situation befeuert die Zwei-Klassen-Medizin in Tirol!

“Die Situation mit längeren Wartezeiten und verschobenen Operationen wird sich weiter verschärfen. Schon derzeit – das bestätigt Landesrat Tilg – warten Patienten auf eine Augenoperation bis zu zweieinhalb und auf eine Hüftoperation bis zu vier Monate. Wer ein Leiden hat, lange auf eine notwendige Operation warten muss und es sich leisten kann, der wird sich privat operieren lassen. Das befeuert die Zwei-Klassen-Medizin, untergräbt den öffentlichen Versorgungsauftrag und kann politisch nicht gewollt sein!”, hält FRITZ-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider fest.

Tirol braucht ein Gesamtpaket für den gesamten Gesundheitsbereich!Liste Fritz Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider 

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol verlangt mehr Tempo bei den Verhandlungen mit den Ärzten, die Ausweitung der Verhandlungen auf alle Mitarbeiter im Gesundheitsbereich und eine tragfähige Lösung für Patienten und Mitarbeiter.

“Die Ärzte als geldgierig abzustempeln und sie so zu Sündenböcken zu machen, wie das der zuständige Landesrat Tilg zuletzt getan hat, wird eine Lösung nicht einfacher machen. Das gehört sich nicht! Es geht ums Geld, aber nicht nur. Auch andere Rahmenbedingungen sind notwendig, etwa für die vielen Ärztinnen, um Beruf und Familienwunsch zu vereinbaren. Es braucht daher ein Gesamtpaket, für alle Mitarbeiter, also die Ärzte und das nicht-medizinische Personal. Und es braucht ein Gesamtpaket für den gesamten Gesundheitsbereich, für die Klinik, die Bezirksspitäler, die niedergelassenen Ärzte, die Altenheime und Sozialsprengel”, stellt Andrea Haselwanter-Schneider fest.

Gesundheitsversorgung in Tirol muss sichergestellt sein!

“Ich distanziere mich klar von Aussagen des Gemeindeverbandspräsidenten zu den Ärzten in den Bezirksspitälern, wonach diese halt gehen sollen, wenn es ihnen nicht passt. So kann man mit den Leuten nicht umgehen, da spielt Schöpf mit der Gesundheitsversorgung der Tiroler, das ist gefährlich. Uns genügt es auch nicht, wenn Landesrat Tilg sagt, bis dato hätte noch keine Notoperation verschoben werden müssen. Das ist doch das Mindeste! Die Patientenversorgung in Tirol zu gewährleisten, wird faire Verhandlungen brauchen und viel Geld kosten. Das Geld ist da, es ist jetzt die Aufgabe der Landesregierung das Steuergeld der Tiroler sinnvoll zu verteilen und zuerst für das Notwendige und dann erst für Prestigeprojekte auszugeben”, verlangt FRITZ-Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider.