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Bei der aktuellen Stunde des Tiroler Landtages heute vormittag musste ÖVP Landeshauptmann Günther Platter eingestehen, dass die TIWAG akute Probleme mit zwei amerikanischen Finanzpartnern hat. Beide sind finanziell schwer angeschlagen. TIWAG Vorstandsvorsitzender Bruno Wallnöfer habe ihn darüber kurzfristig informiert. Hintergrund sind die umstrittenen Cross Border Deals der TIWAG.

Feuer am TIWAG Dach wegen Cross Border Deals

„Jetzt ist Feuer am TIWAG Dach. Die Herren Eberle, van Staa und Wallnöfer haben sich angemaßt, jahrelang Cross-Border-Monopoly zu spielen. Die Spielfiguren waren die Innsbrucker Kommunalbetriebe und die TIWAG. Der Spieleinsatz waren 2,4 Milliarden US Dollar, in etwa das Tiroler Landesbudget. Im schlimmsten Fall muss das Land Tirol und damit alle Tirolerinnen und Tiroler für genau diesen Milliardenbetrag haften“, ist Klubobmann und Energiesprecher Bernhard Ernst erzürnt.

Viele Ungereimtheiten bei CBL: Wer hat da viel Geld verdient?

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol fordert rasche und volle Aufklärung. Wie kann es sein, dass amerikanische Finanzpartner in Tirol im Grundbuch stehen? Wie kann es sein, dass die Wasserrechte für 30 Tiroler Bäche mitverleast worden sind? Wie kann es sein, dass das Land Tirol als Eigentümer der TIWAG weder das Risiko der Cross Border Deals kennt noch weiß, wo die Verträge gelagert sind? Wie kann es schließlich sein, dass der ehemalige Vorstand Dr. Meysl noch immer einen Berater-Vertrag über monatlich mehr als 18.000 Euro hat?

16 Millionen US Dollar an Belohnungen geflossen. Aber wohin?

„Allein für den Cross Border Deal mit dem TIWAG Kraftwerk Sellrain-Silz sind 17,5 Millionen US Dollar an Berater-Honoraren geflossen. Dazu kommen noch einmal etwa 8 Millionen US Dollar – nur für Belohnungen. Hochgerechnet dürften bei allen TIWAG Cross Border Deals etwa 16 Millionen US Dollar an Belohnungen geflossen sein. Aber wohin? Wo zwischen Amerika und Tirol sind diese Gelder versickert. Wer hat an den Deals mitverdient? Ich hoffe nicht, dass das Geld für irgendwelche Wahlkämpfe ausgegeben worden ist“, meint Bernhard Ernst besorgt.

Vorarlberg oder Südtirol haben auf Cross Border Deals verzichtet

Nachbarländer wie Vorarlberg oder Südtirol haben keine Cross Border Geschäfte getätigt. Ob der Landesrechungshof jetzt Licht ins Cross Border Dunkel bringen kann, ist für die liste fritzdinkhauser – Bürgerforum Tirol offen. Jedenfalls darf er keine Beruhigungspille für die besorgten Tirolerinnen und Tiroler sein. „Es braucht eine neue Moral. Die Grenzen der Geldgier gehören aufgezeigt. Nicht alles was machbar ist, kann gemacht werden. Cross Border Geschäfte sind unanständig und nichts anderes als ein legalisierter Betrug. Das gehört aufgeklärt“, so LA Fritz Dinkhauser.