ÖVP, SPÖ und TIWAG ignorieren Bürgerentscheidung von Sölden – Nein zur Zerstörung eines Naturjuwels

Das Landesunternehmen TIWAG hat jetzt den Ausbau des Mega-Pumpspeicherkraftwerkes Kaunertal zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Für Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint ist das Festhalten an diesem Milliarden-Projekt aufgrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit, wegen Sicherheits- und Naturschutzbedenken sowie aus demokratiepolitischen Überlegungen abzulehnen. „Seit zehn Jahren erklärt die TIWAG, dass der Ausbau des Kaunertal-Kraftwerkes ohne Wasserableitung aus dem Ötztal unwirtschaftlich ist. Jetzt wollen Mattle-Regierung und TIWAG den Milliarden-Bau durchziehen und gleichzeitig auf die Wasserableitungen verzichten. Entweder bauen sie ein unwirtschaftliches Kraftwerk oder sie sagen der Bevölkerung im Ötztal die Unwahrheit“, stellt Sint die Wirtschaftlichkeit des Mega-Pumpspeicherkraftwerkes Kaunertal massiv in Frage. „Bei geschätzt mehr als zwei Milliarden Euro im Endausbau kann die TIWAG den Bau nicht alleine stemmen. Dazu braucht es ausländische Investoren, damit wird Tirol noch abhängiger von Energie-Großkonzernen“, ist Klubobmann Sint überzeugt. Solche Mega-Pumpspeicherkraftwerke haben noch dazu eine unsichere Zukunftsperspektive. „Das Gerede von der ´Batterie` klingt besser als es ist. Pumpspeicherkraftwerke waren bis dato deshalb wirtschaftlich, weil sie teuren Spitzenstrom mit billigem Kohle- und Atomstrom produziert haben. Den gibt es aber in Deutschland nicht mehr. Überschüssiger und damit günstiger Wind- und Sonnenstrom mag in Norddeutschland anfallen, aber aufgrund des Leitungsnetzes ist er nicht für das Mega- Pumpspeicherkraftwerk Kaunertal verfügbar. Schlussendlich ist der Milliarden-Bau des Kaunertal-Kraftwerkes eine riskante und hochspekulative Wette auf die Zukunft der europäischen Energiepolitik“.

Flutung des Platzertales ist einzigartige Naturzerstörung

„Im Platzertal wird ein Moor- und Feuchtgebiet in der Größe von neun Fußballfeldern geflutet und damit unwiederbringlich zerstört. Gleichzeitig feiern sich ÖVP und SPÖ für ihre Moorschutzstrategie. Das passt einfach nicht zusammen“, zeigt Sint auf. „Durch den Klimawandel wird das ohnehin geologisch labile Gelände noch gefährlicher und jahrelange Baustellen belasten die Bevölkerung. Außerdem hat sich die Bevölkerung in Sölden bei der Volksbefragung ganz klar gegen die geplante Ableitung des Ötztaler Wassers ausgesprochen. All das spricht gegen dieses Mega-Pumpspeicherkraftwerk Kaunertal. Klar ist, Tirol erzeugt mit den mehr als 1.000 TIWAG-, Verbund- und Kleinwasserkraftwerken viel mehr Strom als es verbraucht. Noch mehr Naturzerstörung zur Stromgewinnung und Gewinnmaximierung ist für mich der falsche Weg“, stellt Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint klar.