Die Mobile Sprachförderung ist ein Projekt der Tiroler Landesregierung auf dem Gebiet der sprachlichen Frühförderung und ist grundsätzlich zu begrüßen. Die mobile Sprachförderung hat das sogenannte „Sprachticket“ abgelöst. Ca. 15 Monate vor dem Schuleintritt werden Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen einem Sprachtest unterzogen. Diesen Test gibt es sowohl für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, sogenannte „Migrantenkinder“ (SISMIK – Test), als auch für einheimische Kinder mit „bekanntem Sprachförderungsbedarf“(BESK – Test). Aufgrund der Ergebnisse dieser Tests können mobile Sprachbetreuerinnen angefordert werden. In der Praxis gelangen aber wegen der zu geringen Kapazitäten vorwiegend Migrantenkinder in den Genuss der Mobilen Sprachförderung, weil man annimmt, dass diese Kinder eine Sprachförderung notwendiger haben als Kinder mit deutscher Muttersprache. Die einheimischen Kinder mit Sprachförderungsbedarf werden hier also benachteiligt.

Pro Kind wöchentlich 6 Minuten Sprachförderung!

„Die für die Förderung auserkorenen und für würdig befundenen Kindergartenkinder werden nun in Gruppen zu 5 Kindern zusammengefasst und bekommen gerade einmal wöchentlich 30 Minuten mobile Sprachförderung. Pro Kind gerechnet sind das wöchentlich 6 Minuten. De facto sind es aber noch weniger, da die Besprechungszeit der mobilen Sprachförderkraft mit der Standortkindergärtnerin auch noch in diese 30 Minuten eingerechnet werden muss.“, kritisiert LA Gottfried Kapferer, Kultur- und Bildungssprecher der zweitstärksten Fraktion im Tiroler Landtag.

Die Liste Fritz Dinkhauser – Bürgerforum Tirol fordert im Budget 2009 ausreichend Budgetmittel für die mobile Sprachförderung zur Verfügung zu stellen.

„Die budgetierten 400.000 € sind viel zu wenig! Außerdem dürfen einheimische Kinder mit Sprachförderungsbedarf gegenüber den Migrantenkindern nicht benachteiligt werden. Auch sie haben ein Recht auf sprachliche Frühförderung. Uns liegen nämlich alle Kinder am Herzen!“, bemerkt ein verärgerter LA Kapferer.

Sprachförderung ist so reine Alibiaktion!

„Die mobile Sprachförderung in dieser Form ist meiner Meinung nach keinesfalls ausreichend, ganz im Gegenteil. Es ist eine Augenauswischerei, eine unzureichende Maßnahme, die wenig bringt und eigentlich nur der Beruhigung des schlechten Gewissens der Regierung und im besonderen der zuständigen Landesrätin Beate Palfrader dient. Es ist eine reine Alibiaktion!“, ärgert sich LA Gottfried Kapferer, Bildungs- und Kultursprecher der Liste Fritz Dinkhauser abschließend.