Pfleger mit Patientin

Die Pflegeheimkosten steigen, weil das Angebot steigt!

Die Kosten für die Pflegeheime in Tirol, also der sogenannte Nettoaufwand (Ausgaben minus Einnahmen), sind in den letzten Jahren stark gestiegen: Von 2007 bis 2014 um 33,6 Millionen Euro. Die Ursachen zeigt die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol auf.

“Im Jahr 2007 hat es 81 Alten- und Pflegeheime in Tirol gegeben, im Jahr 2014 waren es schon 87 Heime. In diesen Jahren sind 730 Pflegebetten in den Altenheimen mehr entstanden und auch der Personalstand ist um 700 Personen gestiegen. Die Tiroler werden erfreulicherweise immer älter, die medizinische Versorgung wird besser und es gibt immer mehr Vollpflegefälle, also Menschen mit höheren Pflegegeldstufen, die in den Tiroler Altenheimen leben. Sie brauchen auch mehr Fürsorge und Pflege, weshalb es mehr Personal braucht und damit steigen die Kosten. Natürlich ist auch der Wegfall des Kinderregresses, dass also Kinder für ihre Eltern im Pflegeheim mitzahlen, spürbar. Aber er ist nicht die Ursache für die stark steigenden Kosten in den Alten- und Pflegeheimen Tirols!”, hält FRITZ-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider fest.

Genug ist genug: Kinderregress – Nein Danke!

Die Recherchen der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol zeigen deutlich, dass die Tiroler Alten- und Pflegeheime auch ohne die Wiedereinführung des Kinderregresses finanzierbar bleiben.

“Wir sprechen uns entschieden gegen die Wiedereinführung des Kinderregresses aus, genug ist genug! Menschen, die im Altenheim sind, haben ein Leben lang Steuern gezahlt, mit denen Staat, Land und Gemeinden unter anderem ihre Altersversorgung sicherstellen sollen. Sie zahlen 80 Prozent ihrer Pension fürs Altersheim und steuern 90 Prozent ihres Pflegegeldes bei, sodass ihnen davon nur ein Taschengeld von 44,30 Euro monatlich bleibt. Sie stellen ihr Vermögen bis zur Freigrenze von 7.000 Euro zur Verfügung und auch ihre Angehörigen, also Ehepartner, müssen mitzahlen. Genug ist genug! Es geht nicht an, dass Staat, Land und die Gemeinden den Bürgern ständig in die Tasche greifen”, sagt Andrea Haselwanter-Schneider.

Liste FRITZ: Pflegeheime auch ohne Kinderregress finanzierbar!

Andrea Haselwanter-Schneider auf Besuch im Altersheim Zirl

“Die Abschaffung des Kinderregresses ist eine soziale Errungenschaft, gegen die Wiedereinführung wehren wir uns im Sinne der Tiroler Bürger. In der Steiermark, wo das Land den Kinderregress bis 2014 eingehoben hat, mussten die Bürger rund 150 Euro monatlich, das sind 1.800 Euro pro Jahr zahlen. Das ist angesichts eines durchschnittlichen Nettoeinkommens von 1.400 Euro monatlich in Tirol für viele Menschen eine zusätzliche Belastung. Auch eine soziale Staffelung des Kinderregresses ist keine vernünftige Lösung, weil dann in vielen Fällen die Verwaltungskosten fürs Einheben teurer sind als die tatsächlichen Erlöse. Fest steht, die Pflegeheime in Tirol sind auch ohne Kinderregress finanzierbar, eine Wiedereinführung ist komplett verkehrt!”, stellt FRITZ-Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider unmissverständlich klar.

Zum Nachlesen:

Pflege in Tirol: Auch ohne Kinderregress finanzierbar, Pressereader, 19. August 2015