Ein Elektriker-Lehrling bei der Arbeit

“Jeder Einsatz der zuständigen Regierungspolitiker und der Sozialpartner gegen den Fachkräftemangel in Tirol ist zu begrüßen. Wir haben im Landtag schon vor zwei Jahren ein Strategiekonzept für mehr Fachkräfte beantragt. Leider haben es ÖVP und SPÖ damals abgelehnt. Seit Jahren wird geredet, jetzt brennt natürlich der Hut, weil es weniger Jugendliche gibt und sich immer weniger von ihnen für die Lehre begeistern”, erklärt LA Fritz Dinkhauser.

Im Wortlaut: Antrag gegen den drohenden Facharbeitermangel, Juni 2010

Lehrherren und Lehrlinge brauchen Unterstützung!

“Ein Betrieb hat mit Lehrlingen oft mehr Kosten wie Nutzen. Der Lehrherr ist daher von der öffentlichen Hand zu entlasten und die Jugendlichen sind zu unterstützen, um den für sie richtigen Lehrberuf zu finden. Noch immer werden Mädchen am häufigsten Verkäuferinnen, Sekretärinnen oder Friseusen und Burschen Maschinenbauer, Elektriker oder Mechaniker”, weiß Fritz Dinkhauser.

Lehre mit Matura und weitere Ideen…

“Wichtig ist insgesamt eine Bildungsverbesserung. Die Lehre mit Matura ist für Lehrlinge in größeren Betrieben sicher eine gute Sache, so absolvieren etwa österreichweit von 900 neuen Lehrlingen bei SPAR 150 die Lehre mit Matura. Für kleinere und mittlere Betriebe aber ist die Lehre mit Matura nur schwer schaffbar. Hier könnte statt der Vollmatura zumindest die Studienberechtigungsprüfung, also Maturaniveau in einigen Fächern, angeboten werden. Das ist ein machbarer Weg”, macht Fritz Dinkhauser konkrete Vorschläge.

Ein Koch-LehrlingHauptprobleme der Jugendlichen punkto Lehre:

  1. Jugendliche wissen nicht, was sie wollen
  2. Jugendliche sind geografisch nicht flexibel
  3. Jugendliche haben nicht die entsprechende Bildung

Poly umgestalten…

“Um ersteres zu entschärfen, denke ich, dass die Umgestaltung des Polytechnikums in ein wirkliches Berufsvorbereitungsjahr für die Lehre in Partnerschaft mit Betrieben notwendig ist. Jugendliche haben die Chance zu erkennen, welchen Beruf sie wollen, und Lehrherren können sich die zukünftigen Lehrlinge aussuchen”, sieht Dinkhauser Chancen für die Beteiligten.

…günstigeres Öffiticket umsetzen…

“Geografisch flexibel hängt mit der Mobilität zusammen. Auch deshalb haben wir im Landtag das 60-Euro-Ganzjahres-Öffiticket für Lehrlinge und Schüler nach dem Vorbild Ostösterreichs beantragt. Hier steht die Landesregierung in der Pflicht, der Bund hat in Ostösterreich 400 Millionen Euro dazugezahlt. Fakt ist, wer günstig zur Arbeitsstätte oder zur Berufsschule kommt, ist flexibler”, ist Fritz Dinkhauser überzeugt.

…eine politische Zuständigkeit schaffen!

“Die entsprechende Bildung kann über eine Bildungsverbesserung gewonnen werden und es ist auch die Lehre attraktiver und interessanter zu machen. Politisch gehören die Lehrlings-Agenden ins Bildungsressort übertragen, damit es bei der politischen Zuständigkeit nicht zu einer Differenzierung zwischen Schule und Lehre mit Berufsschule kommt“, so Fritz Dinkhauser.