Tirol hat zu wenig Platz für Kinder und Jugendliche in Krisen!

“Es geht um Kinder und Jugendliche, die nicht mehr zu Hause wohnen können, weil sie Gewalt- und/oder Missbrauchserfahrungen machen mussten, von ihren Eltern vernachlässigt wurden oder in ihrer Familie keine ausreichende Begleitung und Unterstützung erhalten. Und es geht um die skandalöse Tatsache, dass aufgrund von Platznot zahlreicheKinder und Jugendliche außerhalb Tirols – in anderen Bundesländern oder gar außerhalb Österreichs im EU-Raum – untergebracht werden!”, skizziert Klubobfrau und Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider die Problematik.

andrea und andreas grau hpListe FRITZ setzt sich für die Schwächsten ein: Im 3. Anlauf stellt sich erster Erfolg ein!

„Seit 2012 versuchen wir als Liste Fritz – Bürgerforum Tirol mehr Plätze und mehr Personal für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen zu erreichen. Unsere Hartnäckigkeit zugunsten der Schwächsten in der Gesellschaft bringt jetzt erste Erfolge. Nach zwei Landtagsanträgen, drei (!) eingeholten Berichten gibt es im Landesbudget 2014 ein bisschen mehr Geld und zwar statt 67.000 Euro jetzt 150.000 Euro. Das ist immer noch viel zu wenig, aber ein Schritt in die richtige Richtung“, meinen Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Landtagsabgeordneter Andreas Brugger.

Erster FRITZ-Anlauf im Landtag: ÖVP und SPÖ blockieren!

Im September 2012 hat der damalige FRITZ-Klubobmann Bernhard Ernst nach Gesprächen mit Vertretern des Arbeitskreises Jugendwohlfahrt den Stein ins Rollen gebracht und seinen Antrag “Jugendobdachlosigkeit: Bedarfserhebung und Unterstützung der betroffenen Einrichtungen” in den Tiroler Landtag gebracht. Den Antrag haben ÖVP und SPÖ im Landtagsausschuss ausgesetzt, um einen Bericht dazu einzuholen. Der im März-Landtag 2013 eingelangte Bericht dazu dokumentiert den dringenden Handlungsbedarf:

Kinder in Krisen: Eklatantes Problem nimmt weiter zu!

> Aus dem Bericht des Landes: “Seit geraumer Zeit stellen wir fest, dass für Jugendliche keine entsprechenden freien Kapazitäten in stationären Einrichtungen in Tirol zur Verfügung stehen, alle sind voll bzw. überbelegt. Dabei fehlt es vor allem an spezialisierten Plätzen, um Kindern und Jugendlichen mit erheblichen Problemlagen eine ausreichende Betreuung gewährleisten zu können.”

Kinder und Jugendliche werden außerhalb Tirols untergebracht!

> Aus dem Bericht des Landes: “Laut Statistik haben wir während des Jahres 2011 insgesamt 742 Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Jugendwohlfahrt im Rahmen der vollen Erziehung untergebracht. Ein erheblicher Teil dieser Kinder und Jugendlichen ist nicht in Tirol untergebracht, sondern in anderen Bundesländern bzw. im EU-Raum.

ahs hoch grau auf rot hpKinder in Krisen verdienen unseren Schutz

“Der Bericht zeigt die Situation für die Kinder und Jugendlichen ungeschönt auf und fordert uns alle auf, gemeinsam rasch zu handeln. Es ist unverständlich, dass ÖVP und SPÖ unseren Antrag trotzdem abgelehnt haben, aber wir werden uns weiterhin für die Kinder und Jugendlichen sowie die verschiedenen Betreuungseinrichtungen aktiv einsetzen”, verspricht Klubobfrau und Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider.

Zweiter FRITZ-Anlauf im Landtag…

Im Juni-Landtag 2013 hat die Liste Fritz mit Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Andreas Brugger wieder einen Antrag im Landtag “Tirol sozialer machen: Ausreichend Unterbringungsplätze für Kinder & Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen schaffen” eingebracht. Im August langt dazu ein zweiter Bericht ein – er bestätigt den ersten vollinhaltlich – und trotzdem setzen ÖVP und Grüne im September 2013 den Antrag aus – zur Einholung eines dritten (!) Berichtes. Dieser – jetzt nichtssagende Bericht – langt im November 2013 ein.

…ÖVP und Grüne blockieren!

“Es ist beschämend, dass der politische Wille in der Landesregierung fehlt, ausreichend Plätze für solche vom Leben ohnehin schwer gezeichnete Kinder und Jugendlichen zu schaffen. Obwohl sich die Jugendwohlfahrt und einige involvierte Stellen, wie der Arbeitskreis Jugendwohlfahrt, ehrlich bemühen. Es ist erschreckend, dass die betroffenen Kinder immer jünger werden. Das Problem ist seit Jahren bekannt, die Einrichtungen haben Hilferufe an die Politik gerichtet und wir schon zwei Anläufe im Landtag unternommen, aber außer den mittlerweile dritten Bericht (!) einzuholen tut die Landesregierung nichts, um das Problem von zu wenigen Unterbringungsplätzen zu lösen”, ist Andrea Haselwanter-Schneider schwer verärgert.

tt kid in krise hpEs fehlt das richtige Maß und das soziale Gespür!

“Die Lösung heißt zusammen mit den Praktikern für mehr Unterbringungsplätze und spezialisierte Betreuungspersonen zu sorgen. Wo und wie das am besten zu machen ist, sollen die Praktiker aus den sozialen Einrichtungen entscheiden. Am Geld darf es jedenfalls nicht scheitern, zumal allein der vor kurzem durchgeführte „Tag der offenen Tür im Landhaus“ Jahr für Jahr für einen einzigen Tag 260.000 Euro verschlingt”, lässt Klubobfrau Andrea Hasewlanter-Schneider finanzielle Ausreden nicht gelten.

Dritter FRITZ-Anlauf bringt ersten kleinen Erfolg: Etwas mehr Geld!

„Auch wenn die schwarz-grüne Landesregierung jetzt eingelenkt hat und etwas mehr Geld – rund 86.000 Euro für das Jahr 2014 – vorsieht, ist damit noch nicht alles eitel Wonne. Wir werden den Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen weiterhin unsere Aufmerksamkeit widmen, bis die Landesregierung genügend finanzielle Mittel lockermacht, um das Problem fehlender Unterbringungsplätze und fehlender Betreuungspersonen aus der Welt zu schaffen“, sichert Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider weiterhin soziales Engagement zu.

Zum Nachlesen:

  • Kein Platz für Kinder in Krisen, Tiroler Tageszeitung vom 20. April 2013
  • Streit um Kids in der Krise, Tiroler Tageszeitung vom 05. Dezember 2014