Auf Vorschlag der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat der Tiroler Landtag in der Aktuellen Stunde das Thema „Wohin mit den Kindern in den (Sommer)Ferien: 12 Wochen geschlossen bei 5 Wochen Urlaub!“ debattiert.

Fehlende Kinderbetreuung stresst und nervt Eltern

“Es ist gut, dass sich die Kinder auf die Sommerferien freuen, es ist dagegen schlecht, dass für die Eltern jetzt ein Spießrutenlauf beginnt. Wohin mit den Kindern, wo sind sie gut versorgt, wo haben sie es spannend und lustig, wenn die Eltern arbeiten? Und können die Eltern das auch bezahlen? Nicht nur in den Sommerferien auch das ganze Jahr über ist die Kinderbetreuung ein Flickwerk, stresst und nervt die Eltern”, weiß Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider, selbst zweifache Mutter, aus eigenere Erfahrung zu berichten.

Kindergärten: 12 Wochen geschlossen bei 5 Wochen Jahresurlaub der Eltern

“Laut Zahlen des Landesrechnungshofes sind Tirols Kinderkrippen durchschnittlich 42 Tage, also achteinhalb Wochen, geschlossen und Tirols Kindergärten durchschnittlich 58 Tage, also fast zwölf Wochen, zu. All das bei fünf Wochen Jahresurlaub der Eltern. Frau Palfrader und Herr Platter, sagen sie den Tiroler Eltern wie das gehen soll! Der Landtag hat die ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung beschlossen, sie haben die Umsetzung versprochen und gebrochen”, erklärt Andrea Haselwanter-Schneider.

Platter & Co zur Kinderbetreuung: Versprochen – gebrochen!

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol ist es nicht verständlich, warum die ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung in Tirol immer noch nicht – die Übergangsfrist ist im September 2012 abgelaufen – so umgesetzt ist, wie sie beschlossen wurde.

“Die Leidtragenden sind die Tiroler Familien und besonders diejenigen, die sich keine private Betreuung leisten können, sowie die 22.000 Alleinerziehenden im Land. Keiner von uns kann wollen, dass eine alleinerziehende Mutter ihren Job kündigen muss und im sozialen Netz landet, um ihr Kind betreuen zu können. Es gibt überall im Land Sommerprogramme, aber vieles davon ist ein Unterhaltungsprogramm, ein bis zwei Stunden lang, das dann pro Woche und pro Kind 100 Euro kostet”, berichtet Haselwanter-Schneider.

Sommerprogramm oft sehr teuer – sozial Schwache, kinderreiche Familien & Alleinerziehende hauptbetroffen!

“Eine halbtägige Schwimmwoche kostet etwa 155 Euro pro Kind. Angesichts der niedrigsten Einkommen und höchsten Kosten fürs Leben und Wohnen in Tirol können sich das wenige Familien leisten, die Hauptbetroffenen sind die sozial schwächer gestellten. Das ist die bittere Realität, da hilft kein ÖVP-Schönreden, nur Handeln!”, stellt Andrea Haselwanter-Schneider fest.

Ganztägig und ganzjährig – ohne ÖVP-Trickserei!

Laut Kinderbetreuungsstatistik des Landes schließen 78% der Kindergärten vor 16.30 Uhr.

“Sechs Stunden geöffnet heißt für die Landesregierung schon ganztägig, das kritisiert auch der Landesrechnungshof. Frau Palfrader, zeigen sie den Eltern in Tirol den Arbeitgeber, bei dem sie ganztags sechs Stunden arbeiten können, es gibt sie nicht! Wir wollen eine wirkliche ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung, die Landesregierung muss den Gemeinden dafür endlich die notwendigen finanziellen Mittel in die Hand geben. Die fehlende Sommer- und Ferienbetreuung unserer Kinder darf nicht weiter zu Lasten der Eltern gehen und zu sozialen, wirtschaftlichen und familiären Problemen führen”, verlangt Andrea Haselwanter-Schneider.