Notarztversorgung nicht gesichert

“4 Wochen vor dem Start des neuen NA-Systems in Tirol suchen noch immer 2/3 der Krankenhäuser das dafür notwendige Personal. Dieses Vorgehen zeugt von hohem Dilettantismus der Verantwortlichen. Damit wird die Versorgung der Bevölkerung definitiv verschlechtert. Den neuen Notärztinnen und Notärzten fehlen vielfach die Erfahrung in den Teams sowie das Wissen über die Tiroler Strukturen, die im Falle eines Einsatzes oder eines Großereignisses in Aktion treten“, sagt LA Bernhard Ernst.

Notärzte dringend gesucht
,Wir suchen ab 1.7.2011 12 Notärztinnen und Notärzte in Voll und Teilzeitanstelleung für die Besetzung des Stützpunktes im Bezirk Landeck.‘

Dieses Inserat des AÖ KH St. Vinzenz Zams Betriebs GmbH bestätigt alle Kritiker. Das gesamte Tiroler Oberland mit all seinen Bürgerinnen und Bürgern und den tausenden Gästen ist ohne eine Versorgung durch ein bodengebundenes NEF-System. Die NA-Hubschrauberflotte kann aber weder bei Schlechtwetter, bei Nebel oder Sturm noch in der Nacht zum Einsatz gebracht werden. Damit wird das System ausschließlich von den wenigen niedergelassen Notärzten getragen.

Ein Tuch des Schweigens
Eine Anfrage des Bürgerforum Tirol – Liste Fritz bei allen ärztlichen Direktoren der betroffenen Krankenhäuser in St. Johann, Kufstein, Schwaz, Innsbruck, Zams, Reutte und Lienz hat ergeben, dass diese nicht bereit sind, eine entsprechende Auskunft zu erteilen. Damit bestätigen Sie aber indirekt, dass es keine definitive und professionelle Lösung für die NEF-Teams im ganzen Land gibt. Der verantwortliche LR Tilg hingegen richtet seinen Kritikern via ORF Tirol aus, es werde rechtzeitig eine Pressekonferenz geben.
„Keine Auskunft ist auch eine Auskunft“, so LA Bernhard Ernst. „ Es ist doch unglaublich und verrückt, dass es bis heute keine Lösung im Bereich der Notarzthubschrauber und im Bereich der bodengebundenen Notärzte gibt. Seit Monaten wissen die Landesregierung und Landesrat Tilg bescheid. Laufend wird im Landtag von Tilg behauptet, es sei alles in Ordnung und die Opposition mache bewusst negative Stimmung. Jetzt redet man von einem Plan B in Zams und in Mayrhofen und ,hofft‘ dass die Krankenkasse diese ,Umgehung des Gesetzes‘ akzeptiert”, sagt LA Bernhard Erns

Misstrauenantrag gegen LR Tilg

Ich werde über das Wochenende noch Gespräche mit Betroffenen führen. Verhärtet sich das Bild, so werde ich dem Klub vorschlagen, grünes Licht für Parteiengespräche zu geben, um gegen LR Tilg einen Misstrauensantrag einzubringen. Schafft es Tilg nicht ab 1. Juli 2011 für die Bevölkerung ein flächendeckendes und vollwertiges Notarztsystem zur Verfügung zu stellen, soll er seinen Hut nehmen. Pressekonferenzen zu geben ist da eindeutig zu wenig“, meint LA Bernhard Ernst verärgert.