Der Fritz Stammtisch in Innsbruck

Was die Nazis in Osttirol während des Krieges erfunden haben, haben die Landesbehörden nach dem Krieg in Nordtirol fortgeführt. Klingt unglaublich, ist aber so! Fritz Dinkhauser berichtet von neuen Fakten rund um das Thema Agrargemeinschaften.

Die Methodik der ersatzlosen Enteignungen in ganz Tirol geht auf die Zeit unter Adolf Hitler zurück. Damals haben die Nazis in Osttirol (damals beim Gau Kärnten) 123 ersatzlose Enteignungen begonnen und 113 durchgeführt. Nach Kriegsende dienten diese ersatzlosen Enteignungen als Vorbild für die Tiroler Behörden, wie die Enteignungen der Gemeinden durchzuführen sind. Für uns ist klar, jetzt wo die Landespolitik auf diese Unrechtsakte aufmerksam geworden ist, dürfen sie nicht als „gütliche Vereinbarungen“ bezeichneten werden, wie dies der Landesagrarsenat macht. Entschlossene Wiedergutmachung lautet das Gebot der Stunde, das Gemeindegut ist an die Tiroler Gemeinden zurück zu übertragen! Dass das, wie von uns immer behauptet, rechtlich möglich ist bestätigt jetzt ein Gutachten von Univ. Prof. Dr. Harald Stolzlechner, Professor für Öffentliches Recht an der Universität Salzburg. Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat einen entsprechenden Antrag zur Rückübertragung des Gemeindegutes an die Gemeinden schon vor fast eineinhalb Jahren im Landtag eingebracht. In Tirol wird’s sozial kälter, stellt LA Haselwanter-Schneider nach vielen Gesprächen mit betroffenen Menschen fest. Dem entgegen zu wirken, sieht sie als ihre Aufgabe als Abgeordnete im Tiroler Landtag. Besonders berührt hat sie das Schicksal eines jungen Familienvaters mit zwei Kindern. Als seine Frau und Mutter der Kinder stirbt, verspricht er sich um die beiden Kinder (eines behindert) zu kümmern. Er kann deshalb nicht mehr arbeiten gehen. Die Familie steht finanziell schlecht da. Mehrmals hat er beim Land Tirol um Unterstützung angesucht. Ohne Erfolg. Andrea Haselwanter-Schneider kämpft weiter um Unterstützung für diese Familie.

Ein junger Teilnehmer beschreibt die teilweise schwere Situation für junge Menschen in Tirol. Trotz guter Ausbildung verdient man besonders als Junger heutzutage hier nur wenig. Die Kosten fürs Wohnen und die Lebenshaltungskosten sind in Tirol aber bekanntlich hoch. Er selbst hat zwei Studien abgeschlossen. Obwohl er Vollzeit arbeitet muss er in einer Wohngemeinschaft wohnen. Das Geld für eine eigene Wohnung reicht einfach nicht.

Ebenfalls Thema beim fritzstammtisch die geringe Wahlbeteiligung, die Direktwahl des Landeshauptmannes, das Transparenzpaket der Landesregierung und, wie immer, vieles mehr.

 

Zum Anschauen: Die Fotos vom fritzstammtisch in Innsbruck

Zur Info: Alle Termine auf einen Blick