Ein Turm von Geldscheinen

Nach dem Felssturz am Felbertauern hat die schwarz-grüne Landesregierung ein Unterstützungspaket für Osttirol beschlossen. Unter anderem hat ÖVP-Landesrat Bernhard Tilg eine Gesundheitsstudie um 150.000 € angekündigt. Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat dazu eine schriftliche Anfrage an den zuständigen ÖVP-Gesundheitslandesrat Tilg gestellt.

Welchen Nutzen haben die vielen kleinen Tourismusbetriebe in Osttirol von einer Studie um 177.000 € Steuergeld?

Laut Anfragebeantwortung von Landesrat Tilg kostet die Gesundheitsstudie insgesamt 200.000 €, davon stammt der überwiegende Teil aus Steuergeldern der Tiroler: Konkret kommen 150.000 € vom Land Tirol, 20.000 € vom TVB Osttirol, 7.000 € vom BKH Lienz und 23.000 € von beteiligten Hotels.

“ÖVP-Landesrat Tilg bleibt die Antwort schuldig, welche anderen Hotels außer dem 5-Sterne Grand Hotel Lienz, das auf Gesundheitstourismus setzt, sich an der Studie beteiligen und es bleibt weiterhin völlig unklar, wie die vielen anderen Tourismusbetriebe in Osttirol – die kleinen Hotels und die zahlreichen Privatzimmervermieter – von dieser Gesundheitsstudie profitieren sollen. Wenn nur ein großes Hotel oder einige wenige, große Hotels wirklich profitieren, ist es für uns unseriös und eine Täuschung der Osttiroler Bevölkerung, diese Gesundheitsstudie in ein Hilfspaket für Osttirol hineinzuschmuggeln”, stellt Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider fest.

Studie freihändig und ohne Ausschreibung vergeben – es riecht nach Freunderlwirtschaft!

Eine ungute Optik zeigt sich in der personellen Verquickung: So ist der Leiter der Abteilung Innere Medizin am öffentlichen BKH Lienz gleichzeitig der Leiter des privaten Medizinischen Zentrums im 5-Sterne Grand Hotel Lienz.

“Was uns massiv stört ist, dass diese Gesundheitsstudie de facto freihändig vergeben worden ist – ohne Ausschreibung, nur aufgrund eines Gemeindeverbandsbeschlusses des BKH Lienz. Das, obwohl insgesamt 177.000 der 200.000 Euro Gesamtkosten öffentliche Steuergelder sind. So wie die Gesundheitsstudie angelegt ist – Vergabe ohne öffentliche Ausschreibung – hat sie den intensiven Geruch der Freunderlwirtschaft. Zumal die personelle Verquickung augenscheinlich ist: Der Studienautor ist der Leiter der Abteilung Innere Medizin am öffentlichen BKH Lienz und gleichzeitig ist er der Leiter des privaten medizinischen Zentrums im 5-Sterne Grand Hotel Lienz. Es schaut so aus, dass das 5-Sterne Grand Hotel in Lienz mit seinem medizinischen Zentrum wohl der größte Nutznießer der Studie sein dürfte”, meint Andrea Haselwanter-Schneider.