Stammtisch

Auch das WM-Halbfinale und der laue Sommerabend konnte die Interessierten nicht vom Fritz-Stammtisch fernhalten. Viel ist in den letzten Wochen passiert, so waren auch die Themen und Fragen zahlreich.

  • „Wir sind gegen den Verkauf“ betont LA Fritz Dinkhauser in Bezug auf die Tirol Milch gleich am Anfang. Erst vor kurzem ist das Unternehmen von Innsbruck nach Wörgl übersiedelt. In Bauernkreisen spricht man von Investitionskosten zwischen 45 bis 65 Millionen Euro. Wieviel davon die öffentliche Hand – sprich der Tiroler Steuerzahler – bezahlt hat, ist derzeit noch unklar. Mit einer Anfrage an die Landesregierung will die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hier Klarheit schaffen. Ebenfalls sauer stößt Fritz Dinkhauser die Vorgehensweise rund um den derzeitigen Geschäftsführer Carl-Albrecht Benker auf. Noch nicht einmal ein Jahr ist er im Amt und wurde jetzt zum 2. Mal bei vollen Bezügen beurlaubt. Wird sein Vertrag vorzeitig gelöst, winkt ihm eine Abfertigung von 300.000 €.
  • Auch bei der Landesbank Hypo Tirol liegt in Sachen Abfertigung einiges im Argen. Rund 400.000 € hat der Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden, Hannes Gruber, die Tiroler Steuerzahler als Eigentümer der Landesbank Hypo Tirol gekostet. Das obwohl die Hypo-Bank-Manager im vergangenen Geschäftsjahr 72 Millionen Euro, also mehr als eine Milliarde Schilling, an Abschreibungen fabriziert und das schlechteste Geschäftsjahr aller Zeiten hingelegt haben. „Was geht da vor?“ fragt sich LA Fritz Dinkhauser. „Ist diesen Menschen jegliche Relation und jegliches Unrechtsbewusstsein verloren gegangen?“ (mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der FritzNews, hier KLICKEN & ANSCHAUEN)
  • Die Tiroler Bietergemeinschaft hat es geschafft und wird nun in Zukunft den Tiroler Rettungsdienst übernehmen. „Doch die Probleme fangen jetzt erst an“ befürchtet LA Bernhard Ernst. Ein Indiz dafür ist die Weigerung der Bezirksstelle Schwaz den Vertrag zu unterschreiben. In der Szene als sehr gute Rechner bekannt, sieht sich der Schwazer RK-Vorstand im vorgegebenen finanziellen Rahmen nicht im Stande den Vertrag einzuhalten, daher haben sie nicht unterschrieben. Verständlich, denn die Ortsstellen sind Vereine und damit haftet der Vorstand mit seinem Privatvermögen. Noch nicht geklärt ist außerdem, ob der dänische Konzern FALCK rechtliche Mittel gegen die Vergabe einlegen wird. Dafür hat der Multi-Konzern 14 Tage Zeit. Bis zum letzten Moment waren sie nämlich die Billigstbieter. „Der nächste Konfliktfall steht bereits ins Haus“, kündigt LA Bernhard Ernst an. Nun wird auch die Hubschrauberrettung ausgeschrieben. „Mit den Menschen, die das in Tirol seit Jahrzehnten machen, spricht man auch diesmal nicht!“
  • Für die Abschaffung der Leistungsgruppen tritt LA Gottfried Kapferer nicht nur im Landtag vehement ein. In den 80er Jahren hat man den leistungsdifferenzierten Unterricht in den Hauptschulen eingeführt. Ziel war die effektivere Förderung von Kindern mit gleicher Leistungsstärke. Ein Irrweg, wie man heute weiß. Statt die Kinder zu fördern, führen Leistungsgruppen zu Leistungsverweigerung, sozialer Ablehnung und Diskriminierung bei der Aufnahme an weiterführenden Schulen und bei der Suche nach einer Lehrstelle. In Tirol sind von den 24.000 Hauptschülern mehr als 12.000 (55%) in der 2. und 3. Leistungsgruppe. Rund 5.000 Hauptschüler (20%) sind in der 3. Leistungsgruppe. „Mit 10 Jahren und der Einstufung in die 2. oder 3. Leistungsgruppe sprich ein ungerechtes System den Kindern nicht nur jegliche Leistungsfähigkeit, sondern auch jegliche Zukunft ab“, so LA Gottfried Kapferer.

Angesprochen aufs WM-Halbfinale meint Fritz Dinkhauser mit einem Lachen: „Hoffentlich nicht die großkopferten Deutschen, obwohl ich einen sehr netten deutschen Schwiegersohn habe“. Dieser Wunsch ist dann wohl in Erfüllung gegangen.