Zwei Kühe

“Die Zukunft der Tirol Milch ist keine Bauern-Entscheidung, sondern eine Politiker-Entscheidung! Die ÖVP Bauernfunktionäre haben die Kuh, über die morgen verhandelt wird, schon längst verkauft. Morgen entscheiden auch keine 4.000 Milch liefernden Bauern, sondern 160 Delegierte. Die stehen unter enormen Druck, weil sie abnicken sollen, was die ÖVP Bauernbund-Funktionäre schon längst verscherbelt haben. Steixner und Hechenberger haben die Patrioten Tirols gespielt und dabei hatten sie die Kuh schon nach Oberösterreich verkauft. Es bleibt nur zu hoffen, dass es morgen einen Aufstand der Delegierten gibt. Im Sinne der Tiroler Konsumenten, die hochwertige Lebensmittel aus der Region wollen. Im Sinne der Tirol Milch-Mitarbeiter und im Sinne des Handels, der der Tirol Milch bisher das Vertrauen geschenkt hat“, erklärt LA Fritz Dinkhauser.

Mit Scheinverhandlungen für dumm verkauft

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol bleibt mit dem Ausverkauf der Tirol Milch nur verschüttete Milch übrig.

„Die tausenden Konsumenten, die 300 Tirol Milch Mitarbeiter, aber auch der Großteil der 4.000 Bauern sind mit Scheinverhandlungen für dumm verkauft worden. Nichts ist aus der Kooperation mit den Brüdern im Süden geworden, nichts ist es mit dem eigenständigen Weg, nichts ist es künftig mehr mit der Marke Tirol. Noch einmal zur Erinnerung: Die Genossenschaft Milchhof Sterzing zahlt den Bauern für die normale Milch 50 Cent und für die Biomilch 60 Cent. Wie viel wird die Berglandmilch den Tiroler Bauern zahlen und wie lange? Es ist nicht gerecht, dass künftig alle Milchlieferanten – egal ob klein oder groß – eine Abholpauschale in derselben Höhe bezahlen. Die Tiroler verlieren zuerst die Eigenständigkeit und Selbständigkeit, sie werden zu Milchknechten von Oberösterreich, und dann werden sie nach und nach Standorte, Mitarbeiter und Einfluss verlieren. Mit 17 Prozent bestimmt man in keinem Konzern irgendeine Entscheidung!“, stellt LA Dinkhauser klar.

Nicht Masse sondern Tiroler Klasse

Tirols Landwirtschaft braucht eine grundlegende Strukturreform. Auch eine Fusion mit der Berglandmilch entbindet die Verantwortlichen der Tirol Milch und die Agrarpolitik im Land davor nicht.

„Auch nach der Fusion mit der Berglandmilch bleibt man eine Zwergenmilch-Vereinigung. Nicht in der Masse, sondern in der Klasse kann die Tirol Milch in Europa punkten und bestehen. Überall geht der Trend unbestritten hin zu gesunden Lebensmittel aus der Region und nicht hin zu Industriemilch und Analogkäse. Wer für eine Industriemilch aus Oberösterreich plädiert, schmeißt die Tür für den Feinkostladen Tirol endgültig zu. Dann sind die rund 23 Millionen Euro, die die Tiroler Steuerzahler – ohne gefragt zu werden – in den vergangenen Jahren für die Tirol Milch ausgegeben haben, umsonst gewesen“, sagt LA Dinkhauser.

Bild: Wolfgang Colditz/ pixelio.de