Lehrer schreibt auf die Tafel
Laut eine schriftlichen Anfragebeantwortung durch Landesrätin Dr. Beate Palfrader gehen von den derzeit 7.095 an Tiroler Pflicht- und Fachberufsschulen tätigen PädagogInnen in den kommenden Jahren rund 2.000 in Pension.

„Tirol gehen die Lehrer aus. Laut Dr. Markus Juranek, Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH), müssten sich heute schon mindestens doppelt so viele Studenten an der PH anmelden, um die riesige Lücke rechtzeitig füllen zu können. Selbst ÖVP Landesrätin Palfrader gibt zu, dass auch mehr Überstunden nicht reichen”, erklärt LA Gottfried Kapferer.

Imagekampagne des Landes für Lehrer zu wenig!

“Im Unterschied zu Landesrätin Palfrader bin ich überzeugt, dass eine Imagekampagne für Lehrer zu kurz greift. Es braucht bessere Rahmenbedingungen und leistungsorientierte finanzielle Anreize, der Beruf des Lehrers muss erstrebenswert und attraktiv gemacht werden”, meint LA Kapferer.

26 leer ausgegangene Hauptschulen dürfen nicht auf der Strecke bleiben!

“Dazu fordere ich die Neue Mittelschule flächendeckend für ganz Österreich als gemeinsame Schule aller 10 bis 14 – Jährigen. Ich setze mich dafür ein, dass jene 26 Tirol Hauptschulen, die um den Status der neuen Mittelschule angesucht haben, aber leer ausgegangen sind, nicht auf der Strecke bleiben, sondern eine gerechte Lösung bekommen“, verspricht LA Kapferer.

Von den 7.095 Lehrkräften sind ca. 2.600 Lehrpersonen teilbeschäftigt. Rechtsanspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung besteht aber lediglich im Zusammenhang mit der Geburt von Kindern, das betrifft derzeit lediglich 350 Lehrkräfte. Bleiben rund 2.250 teilbeschäftigte Lehrer.

„Aus teilbeschäftigten, vollbeschäftigte Lehrer zu machen, beendet den Lehrermangel nicht. Viele teilbeschäftigte Lehrpersonen – meist in den Hauptschulen tätig – nehmen bewusst Teilzeitarbeit in Anspruch, ein Umstieg auf Vollzeitarbeit wäre für sie problematisch“, meint LA Kapferer.

Abbau von Doppelgleisigkeiten in der Bildungsverwaltung!

LA Kapferer verlangt in der österreichischen Schulverwaltung eine Straffung und Vereinheitlichung der Verwaltungsstrukturen und den Abbau von Doppelgleisigkeiten.

„Die Landesschulräte, die Bezirksschulräte sowie die entsprechend politisch besetzten Gremien gehören abgeschafft. Es braucht ein gleiches Lehrerdienstrecht für alle PädagogInnen, ein gleiches Besoldungssystem für alle PädagogInnen und ein vereinheitlichtes Ausbildungssystem für PädagogInnen aller Schularten einschließlich der KindergartenpädagogInnen – mit einem strengen Auswahlverfahren am Beginn der Ausbildung. Ein offener Lehrerarbeitsmarkt, in dem der jeweilige Direktor Auswahlkompetenz besitzt, soll den bürokratisch administrierten Zuteilungsmechanismus ablösen“, schlägt LA Kapferer vor.