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Fritz Dinkhauser, Andrea Haselwanter-Schneider und Andreas Brugger von der Liste Fritz

programmwirtschaft&betriebe

Tirol braucht eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsstruktur und kreative Lösungen beim Arbeitskräftemangel

Schau dir unsere aktuellen Initiativen zum Thema Wirtschaft an.

Derzeit ist die Einkommenssituation in Tirol die schlechteste in ganz Österreich. Aus diesem Grund muss das Ziel die Verbesserung der Ertragskraft der Klein- und Mittelbetriebe sein. Eine Entlastungspolitik durch eine verbesserte Energiepolitik sowie eine Ansiedlungsoffensive von innovativen Betrieben im Bereich der Industrie – vor allem im Oberland – werden die Herausforderungen der kommenden Jahre sein, die angegangen werden müssen.

betriebliche netzwerke schaffen

Einer offensiven Betriebsansiedlung mit Anreizen wie der Senkung bürokratischer Hürden, steuerlicher Begünstigungen sowie angemessenen Energiekosten muss eine Offensive zur Erweiterung von Betrieben folgen. Entsprechende Wirtschafts- und Betriebsanalysen sollen mit Hilfe des Landes bei Klein- und Mittelunternehmen durchgeführt, Erweiterungsmöglichkeiten und Marktchancen geprüft werden. Außerdem sollen Netzwerke flächendeckend unter den Betrieben geschaffen werden, wodurch die Qualitätsbetriebe gemeinsam nationale und internationale Aufträge durchführen können. Hierfür würde eine EU-Vermarktungs-Projekt GmbH nützliche Dienste tun. Dazu gehört das Akquirieren von Aufträgen ebenso wie die Bearbeitung und Vermarktung über ein gemeinsames Netzwerk.

strukturprobleme lösen

Das Kernproblem sind nicht unsere Strukturen in allen möglichen Branchen, sondern der fehlende „faire Wettbewerb“ – uns bringen Konkurrenten um, die nicht so hohe Steuern, Abgaben, Lohn-, Sozial- und Umweltkosten etc. zu tragen haben. Wir leben so lange in keinem Binnenmarkt, so lange 27 Staaten ihre Steuern und Abgaben nicht auf einem ordentlichen Niveau harmonisiert haben. Die Folgen sind seit Jahren bekannt: Verlust von zahlreichen Produktionsbetrieben aus Tirol („Schenker Outsourcing“) und tirol-, alpen- und europaweit Transitlawinen ohne Ende.

Kein Tiroler darf ohne Beschäftigung bleiben, und es muss Chancengleichheit für alle geben.

 
Wichtig ist für den öffentlichen Bereich:
  • Bestbieterprinzip mit ordentlichen Kriterien statt Billigbieterprinzip in allen Branchen
  • Schluss mit Megaprojekten, die nur öffentliches Steuergeld in Banken, int. Konsortien und dunkle Kanäle verschieben
  • Entlastung der Betriebe von hohen Arbeitskosten – Verursacherprinzip im steuerlichen Bereich anwenden (Beispiel Mineralölsteuer: Zweckbindung eines Teils dieser Steuer für das Gesundheitswesen und im Gegenzug Entlastung der Betriebe)
  • Nachhaltiges Wirtschaften mit hoher Qualität sichert Vollarbeitsplätze – die Politik kann keine Arbeitsplätze „schaffen“, sie muss sich darauf konzentrieren, die „wettbewerbswidrigen Verhältnisse“ zu beseitigen.
  • Förderungen schaffen auch keine Arbeitsplätze, sondern schieben nur Steuergeld von guten Betrieben in schlechte Betriebe – am Ende sind beide schlecht. Am besten sieht man das an den europäischen Strukturförderungen – Betriebe ziehen wie eine Karawane den EU-Förderungen nach.
  • Förderungen schaffen auch keine guten und für junge Menschen sinnvolle Lehrplätze – wir bilden gerne dann aus, wenn auch eine entsprechende Auftragslage und „Arbeit“ vorhanden ist – siehe Vergabegesetz, Bestbieterprinzip, Klein- statt Megaprojekte etc.

kmu & industrie

Die Liste Fritz - Bürgerforum Tirol will statt hoher Investitionen in weitere Transitstrukturen (z.B. BBT, Tschirgant, Ausbau Terminal Wörgl im Sanierungsgebiet) bestehende freie Eisenbahnkapazitäten genutzt wissen. Die Politik in Tirol steht vor der zentralen Entscheidung: Will man weiter in internationale Transitstrukturen oder in die eigene Wirtschaft und damit in die eigenen Arbeitsplätze investieren. Darauf geben wir eine Antwort.

struktur verbessern

Mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen entfallen noch immer auf den Bereich Tourismus. Im Bezirk Landeck arbeitet bereits jeder zweite Beschäftigte weniger als ein halbes Jahr. Deshalb ist vor allem in diesen tourismusintensiven Regionen die Monostruktur aufzubrechen. Neue Entwicklungsprogramme sowie eine gerechte Wirtschaftsförderung sind anzustreben, ebenso wie ein gemeindeübergreifender Finanzausgleich zwischen Industrie, Tourismus und Gemeinden.

mehr vollarbeitsplätze schaffen

Der Trend zu mehr atypischen Arbeitsverhältnissen ist zu stoppen. Die Vergabe von Fördermitteln des Landes soll zwingend an die Schaffung von nachhaltigen Vollarbeitsplätzen gekoppelt sein. Veränderungswillige sollen durch eine Koordinationsstelle betreut werden, die für den Einzelnen neue Perspektiven aufzeigt. Auch Arbeitslosigkeit darf kein Schicksal mehr sein.

Unser Ziel: Kein Tiroler darf ohne sinnvolle Beschäftigung bleiben!

 

brückenarbeitsplätze anbieten

Mit Hilfe von Brücken- bzw. Übergangsarbeitsplätzen zur Überleitung in eine Dauerbeschäftigung kann die sofortige Einbindung in die berufliche Gesellschaft geschafft werden. Auch die Gründung einer Landesarbeitsstiftung kann hier spürbar Abhilfe schaffen. Während bei Konkursen von Großbetrieben meist rasch eine Arbeitsstiftung eingerichtet wird, ist dies bei den vielen Klein- und Mittelbetrieben nicht der Fall: Die Leidtragenden sind jene Menschen, die ihren Arbeitsplatz dort verloren haben und dann kein Auffangnetz für Neuorientierung und Umschulung haben. Hier müssen ebenso gerechte Verhältnisse geschaffen werden.

westen stärken

Die Abwanderung vor allem von qualifizierten Arbeitskräften in Richtung Osten wird immer deutlicher. Tirol verliert zunehmend attraktive öffentliche Arbeitsplätze. Durch die Verlagerung von Maturanten- bzw. Akademiker- Arbeitsplätzen aus Tirol haben Junge immer weniger Chancen, Mittel- und Höherqualifizierte wandern ab. So rutscht das Land in die Niedriglohn- und Niedrigqualifikationsspirale. Zentrale Strukturen dürfen nicht länger von Tirol ausgelagert werden. Tirol darf nicht zum Wurmfortsatz von Wien verkommen. Eigenverantwortung und Kompetenzen müssen erhalten bleiben.
Ebenso soll mithilfe eines Strategieplanes eine Stärkung der Tiroler Regionen angestrebt werden. Anzudenken ist eine Verlagerung von Einrichtungen und Organisationen von Innsbruck in die Bezirke. Profitieren würden davon jene Beschäftigten, die derzeit pendeln müssen. Dies erfordert eine neue Verwaltungsstruktur, die die Regionen mit einbindet und gleichzeitig eine Reduzierung der Pendler mit sich bringt.

facharbeiter aufwerten

„Vom Arbeiter zum Facharbeiter, vom Facharbeiter zum Fachhochschüler“, so lautet die Devise. Tirol hat nur Chancen mit offensiver Facharbeiter- und einer Arbeitsmarktpolitik der ständigen Höherqualifizierung. Es braucht eine jährliche Erhebung, die längerfristig sicherstellt, dass für jene Branchen, die Bedarf haben, ausgebildet wird. Ebenso dürfen Karrierepläne von Frauen nicht am Kinderwunsch scheitern. Frauen müssen durch echte Entlastung von der Familienarbeit die Möglichkeit erhalten, auch in qualifizierte Berufe ein- bzw. aufzusteigen. Ebenso muss die technische Ausbildung in Tirol forciert werden. Dazu gehört auch die Einrichtung von technischen Fachhochschulen etwa im Bereich Elektrotechnik und Maschinenbau.

Wir brauchen eine aktive Betriebsansiedlungspolitik vor allem in den strukturschwachen Gebieten.

Um den Wirtschaftsstandort zu sichern, wird eine Reihe von Maßnahmen notwendig sein:
  • Schaffung von flächendeckenden Netzwerken zwischen Betrieben
  • Verbesserung der Ertragskraft von Klein- und Mittelunternehmen
  • Ansiedlungsoffensive von innovativen Betrieben, vor allem im Tiroler Oberland
  • Anreize für Betriebsansiedlungen verstärken
  • Wirtschafts- und Betriebsanalysen für KMUs mit Hilfe des Landes
  • Starthilfen für KMUs oder Förderung von Zusammenschlüssen
  • Neues Betriebsansiedlungskonzept für strukturschwache Regionen und Täler
  • Verstärkung der Ausbildung und Qualifikation von Mitarbeitern
  • Schaffung von mehr Vollarbeitsplätzen, Verbesserung der Umstiegschancen und Abfederung bei Arbeitslosigkeit durch eine Landesarbeitsstiftung
  • Unterstützung von Unternehmensgründern
  • Schaffung einer EU-Projektbörse
Tirol hat nur eine Chance mit einer Politik der Qualifizierung und einer neuen Ausbildungsstruktur, die keinen benachteiligt. Deshalb:
  • Chancengleichheit für alle Tirolerinnen und Tiroler, die reale Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gleiche Einkommensbedingungen für Mann und Frau
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit durch laufende Überprüfung und Beurteilung der Einkommensunterschiede
  • Einrichtung einer Landesarbeitsstiftung zwischen Land Tirol, AMS, Sozialpartnern und Gemeinden
  • Verbesserung der Einkommenssituation für alle Tiroler Arbeitnehmer etwa durch spezielle Kollektivverträge, aber auch durch Eindämmung der hohen Lebenshaltungskosten
  • Technische Fächer und Zweige fördern und schon bei Kindern technisches Verständnis wecken und Anreize bieten
  • Neue Verwaltungsstrukturen aufbauen, die die Regionen miteinbeziehen
  • Verstärkung des Ausbildungsangebots und Förderung der Jugendausbildung