Ein Kind zeichnet

Einbinden statt aussondern – Reutte zeigt wie es geht

Derzeit wird über die Abschaffung von Sonderschulen debattiert. Der Tiroler Bezirk Außerfern kann dabei als Paradebeispiel gelten, wie erfolgreiche Integration von Menschen mit Behinderung funktioniert.

„Das Positivbeispiel Reutte zeigt es: Einbinden und teilhaben lassen statt aussondern und ausgrenzen funktioniert. Die ÖVP-SPÖ Landespolitik soll stolz darauf sein und das Erfolgsmodell Außerfern nicht ständig anzweifeln. Wir haben in Tirol zahlreiche Experten, wie beispielsweise den Erziehungswissenschaftler Prof. Volker Schönwiese, die seit Jahren die Probleme bei der Integration aufzeigen und Lösungsansätze präsentieren. Es ärgert mich, wenn die zuständigen ÖVP-Politiker, Landesrätin Palfrader und Landesschulratspräsident Lintner, deren Kompetenzen und deren Wissen permanent in Abrede stellen. So entspricht es sehr wohl der gängigen Praxis, Migrantenkinder und Schüler mit schlechten Noten in Sonderschulen abzuschieben, “ stellt Dr. Andrea Haselwanter-Schneider, Sozialsprecherin der Liste Fritz –  Bürgerforum Tirol, fest.

Drei Schritte zurück statt einer nach vorn

Bei der Aussonderung von Kindern ist man in Tirol fast wieder am Höchststand aus dem Jahr 1990 angekommen. Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol strebt ernstgemeinte Lösungen für alle betroffenen Familien in Tirol an.

„Wenn Frau Landesrätin Palfrader bemängelt, dass Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf in den Regelschulen nicht die intensive Betreuung bekommen, die sie bräuchten, dann liegt es eben an ihr, die Rahmenbedingungen massiv zu verbessern. Nur so wird tatsächliche und ernstgemeinte Integration möglich. Es ist doch traurig, wenn die Regierung entgegen besserem Wissen handelt, auf Uralt-Standpunkten beharrt und parteipolitische Interessen auf dem Rücken der betroffenen Kinder und Familien verfolgt“, so Dr. Andrea Haselwanter Schneider.

Experten Diskussion zum Wohl der Kinder

Die Liste Fritz fordert seit Jahren die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Dazu zählt, dass die Landespolitik Schüler mit Behinderung nicht vom Schulbesuch ausschließt und aussondert. Einen entsprechenden FRITZ-Antrag zur Abhaltung einer Landtagsenquete hat der Tiroler Landtag einstimmig angenommen. Am 22. März 2012 diskutieren Experten über das Thema. Das Ziel muss eine Verbesserung für die betroffenen Kinder und Eltern in Tirol sein.