Tiroler Wasserkraft

Unabhängig davon, ob die TIWAG den Vertrag mit dem Geschäftspartner Energie Baden-Württemberg (EnBW) von sich aus auflösen will oder dazu gezwungen ist. Unabhängig davon, ob dieser Streit in einem 80 Millionen Euro Debakel für Tirol und sein Landesunternehmen endet oder nicht, klar ist, dass das bisherige Geschäftsmodell der TIWAG gescheitert ist. Das seit Jahrzehnten praktizierte Modell „Tausche teuren Spitzenstrom gegen billigen Grundlaststrom“, etwa im Verhältnis 1 zu 2, hat ausgedient.

Ohne Tauschpartner braucht es keine Großkraftwerke!

„Damit sind die Großkraftwerksphantasien des Landes Tirol und der TIWAG endgültig gescheitert. Wenn die TIWAG mit der EnBW einen ihrer größten deutschen Tauschpartner verliert, dann braucht sie keine neuen Großkraftwerke mehr zu bauen, die Spitzenstrom erzeugen. Dann produziert sie nämlich am Bedarf vorbei. Noch dazu, weil Spitzenstrom an der Leipziger Strombörse nur mehr ein Drittel teurer ist als der Grundlaststrom. Tirol braucht zur Versorgung aber Grundlaststrom, nicht Spitzenstrom. Die TIWAG hängt noch einem uralt Geschäftsmodell an und ist gut beraten schnell den Schalter umzulegen“, sagt Energiesprecher LA Bernhard Ernst.

TIWAG General Wallnöfer verantwortlich für 80 Millionen Euro Debakel!

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol reiht sich das drohende 80 Millionen Euro Debakel durch den Streit mit der EnBW nahtlos in die mittlerweile lange Liste an Fehlentscheidungen ein, die die Unfähigkeit von TIWAG General Wallnöfer unter Beweis stellen. Dazu zählt auch das 150 Millionen Euro Engagement bei deutschen Kohlekraftwerken, die allesamt verlorenen Prozesse gegen TIWAG-Kritiker oder die hoch riskanten Cross Border Deals, die noch Generationen von Tirolern belasten.

„Landeshauptmann Platter schaut zu, wie Wallnöfer das einstmals hervorragende Landesunternehmen mit immer noch fragwürdigeren Entscheidungen in die völlig falsche Richtung lenkt. Dabei könnte Platter jederzeit handeln. Jetzt wieder, gilt es doch vier neue Aufsichtsräte für die TIWAG zu bestellen. Dieser neue Aufsichtsrat muss vor allem eine neue Unternehmensstrategie entwickeln, die sich am zukünftigen Strombedarf Tirols ausrichtet”, verlangt LA Ernst.

Fotovoltaik: Riesenchance für Tirol am Energiemarkt!

“Wir werden künftig viele kleine Stromquellen brauchen. Große Chancen bietet dabei die Fotovoltaik. Derzeit wird nur 0,001 % der gesamten Energiemenge Tirols über Fotovoltaik gewonnen. Hier gibt es riesiges Ausbaupotential, das viele Arbeitsplätze in der heimischen Wirtschaft sichert und schafft. Weltweit boomt derzeit die Elektromobilität, Tirol dagegen präsentiert sich als fast weißer Fleck. Während es in Niederösterreich 1.340 Solarstrom-Tankstellen gibt, zählt Tirol gerade einmal 66“, verweist LA Bernhard Ernst auf die Zukunftschancen am Tiroler Energiemarkt.