Pflege Altersheim
Studien zeigen, dass die Gruppe der Über-65-Jährigen in den nächsten Jahren enorm ansteigen wird. Schon heute pflegen Familienangehörige, insbesondere Frauen, den Großteil der Pflegebedürftigen zu Hause. Es gibt zwar Schulungsmaßnahmen für sie, allerdings ist es vielen dieser Frauen aufgrund der Pflegetätigkeit oft nicht möglich, zu den angebotenen Zeiten diese Kurse zu besuchen.

„Ich habe viele Anfragen von Betroffenen und Angehörigen, die mich auf dieses Dilemma hinweisen. Daher werde ich im kommenden Landtag ein Projekt zur Schulung dieser pflegenden Angehörigen beantragen. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen schulen die Betroffenen zu Hause. Das hat den enormen Vorteil, dass die Schulung unkompliziert und punktgenau auf die jeweilige Pflege-Situation zu Hause angepasst werden kann. In Salzburg läuft dieses Projekt schon erfolgreich. Dort bietet es das Rote Kreuz an, die Kosten dafür übernehmen jeweils zur Hälfte Land und Gemeinden. Ich hoffe, dass die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ auch bei uns etwas für die pflegenden Angehörigen tun wollen und diesen Antrag unterstützen.“, sagt LA Andrea Haselwanter-Schneider von der zweitstärksten politischen Kraft im Land.

Pflege darf nicht zum Stiefkind der Politik werden!

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol begrüßt in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines Pflegereferats durch die Tiroler Arbeiterkammer. Nicht nachvollziehen kann LA Haselwanter-Schneider allerdings die Meinung des zuständigen Landesrates, wonach bei der Pflege schon ausreichend Maßnahmen gesetzt würden.

„Die Pflege darf nicht zum Stiefkind der Politik werden. Es gibt sehr viel zu tun, für die Betroffenen und Angehörigen sowie für die Pflegekräfte in diesem Land. Fast täglich fragen bei mir Bürgerinnen und Bürger bezüglich Pflegeproblemen an. Es geht um rechtliche und berufspolitische Aspekte sowie Probleme der Finanzierung und der teilweise unzureichenden flächendeckenden pflegerischen Versorgung. Aufgrund der demographischen Entwicklung und schwierigen wirtschaftlichen Situation werden die Sorgen und Probleme zunehmen und es ist mit einem Anstieg von Betroffenen zu rechnen, die Rat und Hilfe suchen. Viele Menschen brauchen das Gefühl, sie werden von jemandem gehört und es kümmert sich jemand um ihre Anliegen. Sie wollen nicht im Landhaus von der einen nicht zuständigen Stelle zur nächsten geschickt werden.“, meint LA Haselwanter-Schneider.