Milchkannen

In den nächsten Tagen entscheidet sich das weitere Schicksal der Tirol Milch. Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat jetzt mittels schriftlicher Anfrage an Agrarlandesrat Steixner erheben lassen, dass die Tiroler Steuerzahler mehr als 22,7 Millionen € in die Tirol Milch investiert haben.

„Das Schicksal der Tirol Milch ist keine Privatangelegenheit, sondern eine Landesangelegenheit! Es ist eine Herzensangelegenheit für die Tirolerinnen und Tiroler! Auch solche riesigen Abfertigungen für einen Geschäftsführer sind nicht Privatsache, sondern Landessache. Wie sich jetzt herausstellt, wird die Tirol Milch mit enormen Landesmitteln aus den Taschen der Steuerzahler gestützt und gefördert. Die Tiroler Steuerzahler haben über die Jahre hinweg ihren Teil am Werdegang des Unternehmens beigetragen, das langfristige Schicksal des Tiroler Unternehmens kann nicht an der Willkür einiger handelnder Personen hängen“, erklärt LA Fritz Dinkhauser.

Mehr als 22,7 Millionen € Steuergeld für Tirol Milch!

Aus der Anfragebeantwortung von ÖVP Agrarlandesrat Steixner ergibt sich, dass die Tirol Milch in den letzten 10 Jahren 22.777.972 € an Steuergeldern bekommen hat. Aus zwei verschiedenen Förderschienen, einmal für den Bereich der Milchqualität 14,9 Millionen € und zusätzlich für Investitionen rund 7,9 Millionen €.

Die Förderung der Milchqualität – derzeit 0,65 Cent je Kilo erfasster Milch, rund 1,5 Mio. € pro Jahr – ist laut einem Rundruf in anderen Bundesländern mit sehr unterschiedlichen Sätze geregelt: So zahlt Vorarlberg 0,72 Cent + 0,10 Cent für Gentechnikfreiheit, Salzburg 0,36 Cent, Oberösterreich 0,45 Cent und Niederösterreich zahlt keine fixe Milchqualität-Förderung aus.

„Jeder Bauer wird verstehen, dass derartige Unterstützungen und Förderungen aus Steuergeldern zu hinterfragen sind, wenn es sich nicht mehr um Tiroler Produkte und ein Tiroler Unternehmen handelt. Die Bürger wollen wissen, wie es mit der Tirol Milch weiter geht“, sagt LA Dinkhauser.

Spezialisierung als Chance – Milchhof Sterzing zeigt es vor!

„Milch bekommst du in ganz Europa, aber die besondere, außergewöhnliche Milch, bekommst du nur bei uns. Das Erfolgsrezept ist die Spezialisierung hin zum Natur- und Naturkostland. Was ist aus dem Feinkostladen Europas geworden? Wir sehen uns bei der Tirol Milch mit einer verfehlten Markenstrategie konfrontiert. Das Beispiel der Genossenschaft Milchof Sterzing zeigt, dass es auch für kleinere Unternehmen Platz für Erfolg gibt. So ist der Milchhof Sterzing mit dem halben Umsatz der Tirol Milch Nummer 2 beim Joghurt in Italien und insgesamt die Nummer 3 auf dem italienischen Markt“, weiß LA Dinkhauser.

Foto: Günter Havlena, pixelio.de