Rollstuhlfahrer

„Wie so oft werden die Betroffenen nicht gefragt, was sie eigentlich wollen. Dabei muss es das oberste Ziel im Umgang mit Menschen mit Behinderung sein, dass sie in ihrem Wohnort leben und dort am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das geht nicht mit den bestehenden Betreuungsmöglichkeiten. Statt Menschen in Heimen weit weg von zu Hause unterzubringen, braucht es neue Einrichtungen vor Ort mit persönlicher Assistenz. Dann können Menschen mit Behinderung dort leben, wo sie wollen“, erklärt Fritz-Sozialsprecherin Dr. Andrea Haselwanter-Schneider.

Unterstützung findet die Ansicht von LA Haselwanter-Schneider auch durch die UN Behindertenrechtskonvention, die seit September 2008 gilt. Sie sieht vor, dass Menschen mit Behinderung ihren Wohnort frei wählen können und die Staaten die Pflicht haben, dieses Menschenrecht zu wahren.

Landesregierung steht beim Umgang mit Behinderten in der Pflicht. Qualität muss stimmen!

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol steht dabei vor allem die Landesregierung in der Pflicht. Es genügt nicht, nur Millionen an Förderungen auszugeben, es ist auch notwendig, sich um die Verwendung dieser Mittel insbesondere was die Qualität betrifft zu kümmern.

„Die Landesregierung darf nicht glauben, sich mit ein paar Millionen Euro ihrer Pflichten zu entledigen. Sie ist verantwortlich dafür, dass die Qualität in den Einrichtungen stimmt. Besser als weitere Millionen in ein Heim zu stecken, ist der Auf- und Ausbau der gemeindenahen Dienste. Das geht auch klar aus den Aussagen von Universitätsprofessor Schönwiese hervor, der weitere Millionen-Investitionen in diese Heime sogar als ´nicht sinnvoll` bezeichnet hat. Ich frage mich, hat die Landesregierung mit ihm als selbst betroffenem und anerkannten Experten entweder gar nicht gesprochen oder hat sie ihn in dieser Frage einfach übergangen? Beides wäre nicht in Ordnung“, meint LA Haselwanter-Schneider.

Tiroler Betreuungslandschaft für Menschen mit Behinderung neu gestalten!

LA Haselwanter-Schneider schlägt daher vor, dass die ÖVP-SPÖ Landesregierung umgehend eine Expertengruppe einsetzt, die sich mit der grundlegenden Neugestaltung der Betreuungslandschaft für Menschen mit Behinderung in Tirol auseinandersetzt. Ein sicher geeigneter Leiter einer solchen Experten-Arbeitsgruppe wäre Professor Volker Schönwiese, der sich seit Jahrzehnten mit der Situation von Menschen mit Behinderung wissenschaftlich beschäftigt und internationales Ansehen genießt.

Bild: Albrecht E. Arnold/pixelio.de