Ein Kind macht Hausaufgaben

Auf Antrag und Initiative der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat der Tiroler Landtag 2011 einstimmig eine Landtags-Enquete zum Thema „Schulische Integration für behinderte Kinder in die Regelschule“ beschlossen.

Unter dem Titel Integrationspädagogik: Auf dem Weg zu einer Schule für alle?“ haben Experten und Betroffene im Landhaus diskutiert (22.03.12).

Zum Nachlesen: “Integration contra Sonderschule”, Kronenzeitung, 23. März 2012

Schule soll einbinden statt aussondern

„Unser Ziel ist es, dass alle Kinder mit Handicap das Recht auf einen angemessenen Schulplatz in Wohnortnähe haben. Sie sollen dort zur Schule gehen können, wo alle anderen Kinder auch hingehen. Einbinden statt aussondern muss das Motto lauten. Demzufolge verpflichtet die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung die unterzeichnenden Staaten zu einem Schulsystem ohne Aussonderung und Ausgrenzung und damit langfristig ohne Sonderschulen“, erklärt LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Zum Weiterlesen: FRITZ-Initiativen für mehr & bessere Bildung

Geld in Sonderschulen gebunden

Seit Jahren setzt sich die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol für die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. In Bezug auf Integration und Inklusion in das Regelschulwesen ist Tirol – ausgenommen der Bezirk Reutte – noch Entwicklungsland.

„In Tirol haben wir derzeit ein doppelgleisiges System. Kinder mit Behinderung sind meistens in Sonderschulen untergebracht oder besuchen in seltenen Fällen, mit der Betreuung von Stützlehrern, die Regelschule. Allerdings ist gerade in Sonderschulen das Gros an Ressourcen, also Geld, gebunden. So stehen in Sonderschulen mehr Therapeuten und Lehrpersonal zur Verfügung und im Regelschulbetrieb werden die Förderstunden von Stützlehrern immer weniger. Beide Systeme mit gleicher Qualität zu erhalten, wird auf lange Sicht teuer und nicht finanzierbar. Deshalb muss es ein politisches Umdenken geben. Das heißt, dass die Landespolitik Schüler mit Behinderung nicht durch die derzeitige  Mittelzuteilung vom Schulbesuch in der Regelschule ausschließt und aussondert“, verlangt LA Andrea Haselwanter Schneider.

Ängste und Wissenslücken abbauen

Ziel der Veranstaltung ist es alle betroffenen Menschen mit Behinderung, Familien, Pädagogen und Entscheidungsträger an einen Tisch zu bringen (auch alle Interessierten sind herzlichst eingeladen).

„Die Integration von behinderten Kindern in den Regelschulbetrieb ist ein sehr emotional diskutiertes Thema. Besonders Eltern, deren Kinder eine Sonderschule besuchen, haben Angst, dass ihre Kinder im Regelschulwesen nicht die notwendige Betreuung bekommen. Die gegenseitigen Vorurteile und Wissenslücken gilt es abzubauen, damit das Beste für die Kinder mit Handicap herauskommt“, so LA Haselwanter-Schneider.