Fritz-Stammtisch Innsbruck

Trotz Allerseelen, schlechtem Wetter und Verkehrschaos im Großraum Innsbruck hat eine Gruppe von Interessierten sich beim fritzstammtisch zusammengesetzt um über Aktuelles und Altbekanntes im Land zu sprechen und zu diskutieren.

Die UMIT-Verfehlungen und der Abschreib-Stil der Regierungsparteien

Auch beim fritzstammtisch war der Sonderlandtag zur UMIT & zum Bildungsstandort Tirol Thema. Das Land Tirol als 100%iger Eigentümer – und damit die Regierung – hat die volle Verantwortung für die Versäumnisse, die zur Aberkennung des Doktoraststudiums Gesundheitswissenschaften geführt haben.

Als “Lehrstück des schlechten Regierens” bezeichnet Klubobmann Bernhard Ernst nicht nur die lange Untätigkeit der zuständigen Landesräte und das fehlende Krisenmanagement, sondern auch das Verhalten der ÖVP-SPÖ-Regierungsparteien beim Sonderlandtag. Um den 4 konstruktiven Anträgen der Opposition nicht zustimmen zu müssen, hat die ÖVP einen Abänderungsantrag eingebracht, der inhaltlich genau den Anträgen der Opposition entspricht. Ein taktisches Geschäftsordnungs-Spielchen, das mit konstruktivem Regieren und ehrlichem Dialog nur wenig zu tun hat. „Sei’s drum“, ergänzt LA Dr. Andrea Haselwanter-Schneider, selbst Lehrende an der UMIT: „Hauptsache den Studierenden und Mitarbeitern helfen unsere Ideen und Vorschläge. Dass die ÖVP-SPÖ-Regierungsparteien Anträge der Opposition abgelehnen und als eigene Anträge später selbst einbringen, ist zwar traurig aber mittlerweile Alltag.“

Anregungen der Teilnehmer und die Aufgabe der Opposition

Mehr Aktionismus wünscht sich einer der Teilnehmer des fritzstammtisches. Die Arbeit im Landtag hält er für wichtig, jedoch bekommt der Großteil der Menschen davon noch zu wenig mit. LA Dr. Andreas Brugger bestätigt: „Auch mit 18% kann man im Landtag brausen gehen. Hier zählt nicht das bessere Argument und die bessere Idee, sondern Parteizugehörigkeit.“ Das 18% nicht sagen wo es langgeht, ist für ihn in Ordnung, aber dass die Regierung Ideen und Vorschläge der Volksvertreter, die immerhin 18% der Bevölkerung repräsentieren, weder lesen noch ernst nehmen, hält er für unverständlich. Die Aufgabe als Opposition sieht er im Aufzeigen der Verfehlungen und im Verhindern von weiterem Unrecht durch die Regierung. Von jedem Tiroler erwartet er eine größere Bereitschaft sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren „Einer alleine hat keine Chance. Gemeinsam kann man auch im verfilzten Tirol etwas bewegen!“ Gemeinsames Vorgehen gegen Ungerechtigkeiten bräuchte es auch in der TILAK erzählt eine Anwesende. Denn auch hier läuft einiges schief. Auf eine Verwaltungsreform wartet ein andere Teilnehmer schon lange. „Hier könnte man viel Geld sparen!“