Das Inntal

“Die Raumordnungspolitik hat ihre selbst gesteckten Ziele nirgends erreicht. Die Preise für Bauland steigen seit Jahren und kein Ende ist in Sicht. Die Gemeinden kommen ihrer im Gesetz vorgesehenen ordnenden Funktion wenig nach. Die Raumordnung ist bürgerfeindlich und willkürlich, weil eine Widmung vom guten Willen der Gemeinderatsmehrheit abhängt”, fasst LA Andreas Brugger einige Kritikpunkte zusammen.

Im Wortlaut: FRITZ-Papier zur Raumordnung in Tirol: Kritik. Ideen. Perspektiven.

Widmungspolitik verknappt das Angebot und erhöht die Preise!

“Die Raumordnung verknappt generell über die Widmungspolitik das Angebot und treibt damit die Preise in die Höhe. Vieles an den hohen Baulandpreisen ist hausgemacht und nicht das Ergebnis böser Spekulanten! Und schließlich bevorzugt die Raumordnung die Ballungszentren und dünnt den ländlichen Raum aus. Die Lösung ist nicht eine einzelne Maßnahme, sondern ein Bündel an Ideen”, so LA Andreas Brugger.

FRITZ-Ideen und Perspektiven für eine andere Raum-Ordnung:

>Finanzausgleich neu<

  • Mehr Mittel für kleine Gemeinden statt für Zentren – Problem Kopfquote
  • Neuer Finanzausgleich zwischen Arbeitsgemeinde und Schlafgemeinde (Kommunalsteuer)

>Preisexplosion bei Bauland in Angriff nehmen<

  • Gemeinden müssen Freiland – ohne Einschränkungen – kaufen können und sie sollen den Auftrag bekommen, das auch zu tun.
  • Gemeinden müssen in einem 2. Schritt günstigeres Freiland an Bestbieter für spätere Nutzer (Ausschreibung unter allen Gemeinnützigen Wohnbauträgern) vergeben.

>Baulandreserven auf Warteliste<

  • Gewidmetes, aber nicht bebautes Bauland bekommt – nach einer Übergangszeit – eine Widmung auf Zeit: Ohne Bau innerhalb von 5 Jahren geht die Widmung von Bauland auf Bauerwartungsland zurück. Damit fällt Hürde für Neuwidmungen weg.

>Wohnlandkarte Tirol – ein strategisches Planungsinstrument<

  • Erstellen einer Wohnlandkarte Tirol (Internetseite) aus der der Bedarf bzw. der prognostizierte Bedarf der kommenden 5-10 Jahre sowie das Angebot an Grundstücken ersichtlich ist. Die Wohnlandkarte soll Bürgern, Betrieben, Gemeinden, Planungsverbänden sowie der Landesverwaltung als Hilfe und strategische Planungsunterlage dienen.

>Unrecht Agrargemeinschaften lösen<

  • Gemeinden bekommen Grund und Boden: Verpflichtung für Gemeinden damit vorrangig leistbares Wohnen zu ermöglichen

>Bodenfonds aktivieren<

  • Gemeinden kümmern sich um Gemeindebürger, „Zuzügler“ gehen leer aus -> Bodenfonds soll sich um soziale Aufgabe beim Wohnen kümmern

Finanzausgleich ändern – kleinen Gemeinden helfen!

“Der Finanzausgleich ist zu ändern. Das Festhalten an der Kopfquote benachteiligt die kleinen Gemeinden bei ihren großen Aufgaben, ihre Dörfer attraktiv für die Bürger zu halten. Es braucht auch einen finanziellen Ausgleich zwischen Arbeitsgemeinden und Schlaf- bzw. Wohngemeinden”, erklären Fritz Dinkhauser und Andreas Brugger.

Hohe Preise für Bauland sind hausgemacht!

“Um die Baulandpreise einzudämmen, müssen die Gemeinden – ohne Einschränkungen – Freiland kaufen können und sie müssen auch angehalten werden, das zu tun. Gemeinden müssen das günstigere Freiland – nach erfolgter Ausschreibung – an den für die späteren Bewohner günstigsten Wohnbauträger weitergeben. Gewidmetes, unverbautes Bauland soll nicht zwangsrückgewidmet, aber, etwa nach einer Fünf-Jahresfrist, in Bauerwartungsland zurückgestuft werden. Also quasi auf die Warteliste. Beim Unrecht Agrargemeinschaften geht es um zehn Mal mehr Grund und Boden als Tirol derzeit gewidmetes und bebautes Bauland hat, auch wenn sich natürlich nicht jeder Agrargrund als Bauland eignet“, stellt Andreas Brugger klar.

Raumordnungskonzepte fesseln Gemeinden!

“Das Korsett der Raumordnungspolitik ist viel zu eng, Zehn-Jahrespläne bei den Raumordnungskonzepten zu lang. Die Gemeinden müssen auf die Wünsche der Bürger, auf die Notwendigkeiten und Anforderungen der Betriebe laufend und flexibel reagieren können. Derzeit fesselt die Raumordnung zu viel”, erläutert Fritz Dinkhauser.

Wohnlandkarte: Überblick über Angebot und Nachfrage schaffen!

“Was auch fehlt ist eine Wohnlandkarte, die den Bedarf und das Angebot für Bürger, Betriebe, Gemeinden und Landesverwaltung auf einen Blick auf einer Internetseite, abbildet. Um den ländlichen Raum zu stärken braucht es etwa eine Änderung bei der Wohnbauförderung und gute und günstige Nahverkehrsverbindungen sowie einen finanzielle Unterstützung für eine Offensive ´Zurück ins Dorf`“, zeigt Fritz Dinkhauser weitere Ideen und Perspektiven auf.