Eine Bettlerin in den Straßen von Innsbruck

Lösungen suchen statt Emotionen schüren!

“In der Debatte um 15 bis 20 täglich in Innsbruck bettelnde Menschen ist das Maß jetzt voll. Ein Detektiv, der den Bettlern nachstellt und sie bespitzelt, eine politische Debatte, die auf der einen Seite alle Bettler kriminalisiert und auf der anderen Seite das Problem, die Ängste und den Ärger der Menschen nicht ernst nimmt, wegschaut und weg- bzw. schönredet. Die Aufgabe der Politik ist es, sich den Problemen zu stellen und sozialverträgliche und menschliche Lösungen zu finden. Auch bevor solche Debatten völlig entgleisen”, stellt Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider unmissverständlich klar.

Wer betteln muss, dem ist zu helfen, aber die Großzügigkeit der Tiroler darf nicht ausgenützt werden!

“Ich sage das ganz deutlich, wir wollen Menschen helfen, die aus Armut betteln müssen. Es gibt Armut bei uns und natürlich in vielen ärmeren Ländern außerhalb Tirols. Aber wir wollen auch verhindern, dass die Gutherzigkeit und Hilfsbereitschaft vieler Tiroler von allenfalls ´organisierten Bettlern`, wenn es diese wirklich gibt, ausgenützt wird. Denn das schadet letztlich allen armen Menschen”, erklärt Andrea Haselwanter-Schneider die Grundhaltung der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol.

Zum Nachlesen:

Liste FRITZ stellt zwei konkrete Lösungsvorschläge vor!

Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste FritzDie Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat im Juli-Landtag mittels Antrag zwei konkrete Lösungsvorschläge zur Prüfung eingebracht:

  1. Ein Anmeldesystem beim jeweiligen Stadtmagistrat bzw. bei der Gemeinde, wie es in vielen Städten etwa für Straßenmusiker gilt. Die Vorteile: Die jeweilige Stadt hat einen Überblick, wie viele Bettler sich wo aufhalten. Sie kann die Bettler im Rahmen der Anmeldung aufklären, etwa über die rechtliche Lage oder über vorhandene Hilfseinrichtungen. Die Polizei kann die Genehmigung der Bettler kontrollieren.
  2. Ein Wertmarkensystem. Ein Bürger, der einem Bettler helfen will, geht zur Stadt oder zu einer Sozialeinrichtung, tauscht Geld gegen Wertmarken, etwa Jetons, um und gibt diese dem Bettler. Der kann sich damit bei einer Hilfseinrichtung wie der Caritas oder im Sozialmarkt Essen, Kleidung und Artikel des täglichen Bedarfs kaufen.

Vorschläge unvoreingenommen prüfen und mit Sozialexperten besprechen!

“Wer aus Armut betteln muss, dem hilft das Wertmarkensystem mittels Jeton, weil er sich damit seinen Lebensunterhalt leisten kann. Einer ´organisierten Bettlerstruktur` nützt das aber nichts, weil sie Geld und nicht Wertmarken will. Erfolgreich umgesetzt ist ein solches Wertmarkensystem etwa schon in Deutschland. Wenn es tatsächlich ein ´organisiertes Betteln` gibt, dann kann das so unattraktiv und uninteressant für die Hintermänner gemacht werden. Wir wollen, dass diese zwei Lösungsvorschläge jetzt unvoreingenommen überprüft und mit den Tiroler Sozialeinrichtungen durchgesprochen werden. Politik und Oppositionspolitik muss auch anders gehen, wir brauchen soziale, menschliche und vernünftige Lösungen und kein Wegschauen – für die bettelnden Menschen und die Tiroler Bevölkerung!”, zeigt sich LA Andrea Haselwanter-Schneider überzeugt.