Pflege Hände

“Mehr als 50.000 Tiroler sind heute älter als 75 Jahre, laut Prognose des Landes steigt bis zum Jahr 2032 die Zahl der Über-75-Jährigen um 65% und die Zahl der Über-85-Jährigen sogar um 105%! Es ist gut, wenn die Tiroler älter werden und es ist eine riesige politische Herausforderung für die Pflege und Betreuung”, führt Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider aus.

Pflege daheim statt im Heim: Hauptlast tragen pflegende Angehörige!

“Der Großteil der Tiroler will daheim alt werden und das geht nur, wenn die pflegenden Angehörigen auch weiterhin körperlich und psychisch im Stande sind, die Hauptlast für die Pflege daheim zu tragen. Unsere FRITZ-Landtagsinitiative zielt deshalb darauf ab, die pflegenden Angehörigen in den eigenen vier Wänden, direkt bei ihnen daheim zu schulen, sie damit gerade zu Beginn der Betreuung eines Angehörigen zu entlasten und bei ihnen das Gefühl überfordert und überlastet zu sein, erst gar nicht aufkommen zu lassen”, erläutert Andrea Haselwanter-Schneider.

Bedarf ist groß, wie die Zahl der Pflegegeldbezieher in Tirol beweist:

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Stufe 4

Stufe 5

Stufe 6

Stufe 7

Gesamt

6.103

8.802

5.334

4.251

3.183

1.690

429

29.792

Im Jahr 2012 haben 29.792 Tiroler Pflegegeld der Stufen 1 bis 7 bezogen. Davon entfallen 24.490 Tiroler auf die Pflegegeld-Stufen 1 bis 4 – sie werden besonders häufig daheim betreut und gepflegt.

FRITZ-Landtagsinitiative: Kurz-Schulung für pflegende Angehörige in den eigenen vier Wänden

Liste Fritz Klubobfrau Andrea Haselwanter-SchneiderDie Liste Fritz – Bürgerforum Tirol schlägt daher als nächste konkrete Landtagsinitiative, die sie im Februar-Landtag eingebracht hat, eine kostenlose Kurz-Schulung im Pflegen für die pflegenden Angehörigen durch die Tiroler Sozial- und Gesundheitssprengel vor.

“Die wenigsten pflegenden Angehörigen sind ja selbst ausgebildete Pfleger. Sie sind engagiert und motiviert, aber haben das Pflegen eben nicht gelernt. Unsere Idee sieht vor, dass alle pflegenden Angehörigen beim Land Tirol einen ´Scheck` beantragen können, mit dem 2-3 Stunden individuelle Anleitung für dir richtige Pflege ihrer Angehörigen in den eigenen vier Wänden in Anspruch nehmen können. Diese ´Schecks` bezahlt das Land Tirol, die Schulung und Anleitung in den eigenen vier Wänden übernehmen die Mitarbeiter der Sozial- und Gesundheitssprengel. Heute oft nebenbei und unbezahlt, dann gibt es Extrastunden dafür und mit rund 100 Euro pro Kurz-Schulung bleiben die Kosten gering”, zählt Andrea Haselwanter-Schneider die Vorteile auf.

Schulung vor Ort kostet wenig und bringt viel!

“Die Schulung in den eigenen vier Wänden ist wichtig, weil die meisten pflegenden Angehörigen oft nur schwer von daheim wegkommen, außerdem gibt es in jedem Haushalt ganz andere Voraussetzungen fürs Pflegen. Durch die Schulung vor Ort können die Experten der Sozialsprengel auch die räumliche Situation anschauen, wertvolle kleine oder größere Umbautipps oder Empfehlungen abgeben. Letztlich nützt diese Initiative allen, den zu Pflegenden, den pflegenden Angehörigen, den Sozialsprengeln und dem Land Tirol, weil die Menschen länger daheim gepflegt werden und später ins Heim gehen, was wiederum viel an Kosten spart!”, weiß Haselwanter-Schneider.

Idee in Salzburg erprobt – wird angenommen

In Salzburg gibt es dieses Schulungs-Modell seit dem Jahr 2010. Dort werden die pflegenden Angehörigen 2 Mal 45 Minuten lang gecoacht, ein 45 Minuten Scheck kostet dort 39,50 Euro.

“Ich habe mit den dortigen Verantwortlichen gesprochen und die haben mir versichert, dass es von den pflegenden Angehörigen und jenen, die vor der Entscheidung stehen, einen Angehörigen daheim zu pflegen oder ins Heim zu geben, gern angenommen wird”, hofft Andrea Haselwanter-Schneider jetzt im Sinne der pflegenden Angehörigen auf die Umsetzung dieser FRITZ-Landtagsinitiative durch die schwarz-grüne Landesregierung.

Im Wortlaut: