Pflege

80% der Pflege findet daheim, nicht im Heim statt!

Tirol altert rasend schnell: Bis zum Jahr 2031 (in den nächsten 20 Jahren) wird die Zahl der über 75 jährigen Tiroler um 57% zunehmen, bei den über 85 Jährigen beträgt das Plus sogar 105%.

„Es ist gut, wenn die Tiroler älter werden, aber die Landespolitik muss darauf richtig und rasch reagieren. Schon heute findet 80% der Pflege in Tirol daheim und nicht im Heim statt. Aber auch die pflegenden Angehörigen, der Großteil von ihnen sind Frauen, werden älter. Wenn sie nicht mehr können, sind immer mehr Tiroler in den Alten- und Pflegeheimen zu versorgen. Das Gebot der Stunde ist daher die pflegenden Angehörigen zu entlasten, indem wir Angebote zur tage- oder stundenweisen Betreuung für zu pflegende Menschen ausbauen. Die Herren Platter, Gschwentner und Reheis kennen die Notwendigkeiten, sie müssen endlich einen Kraftakt setzen, auch wenn die pflegenden Angehörigen keine Lobby in Tirol haben“, erklärt Sozialsprecherin LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Das derzeitige “Entlastungsangebot” für pflegende Angehörige – bei mehr als 710.000 Tirolern:

  • 105 Plätze für die Tagesbetreuung
  • 95 Plätze für die Kurzzeitpflege

„Mir hat eine Frau, die schon seit 17 Jahren – zuerst ihre Mutter, jetzt ihre Schwester – daheim pflegt, erzählt, dass sie einfach einmal ein paar freie Tage braucht, um wieder Luft zu kriegen. 17 Jahre, Tag und Nacht da zu sein, ist eine immense Aufgabe, jeder pflegende Angehörige hat das Recht auf eine Auszeit. In den Bezirken Landeck und Reutte gibt es aber gar keine Tagesbetreuung, im größten Bezirk Innsbruck-Land nur 20 Plätze und die in Inzing und am Seefelder Plateau. Auch für die Kurzzeitpflege fehlen Plätze und die meisten (85 Plätze) sind nicht fix für die Kurzzeitpflege reserviert, sondern auf gut Glück zu haben“, berichtet Andrea Haselwanter-Schneider.

ÖVP-SPÖ setzen Antrag zum Ausbau der Tagesbetreuung aus & lassen pflegende Angehörige im Stich!

„ÖVP und SPÖ haben meinen Antrag für den Ausbau der Tagesbetreuung diese Woche im Landtags-Ausschuss ausgesetzt, also in die ´Auf-Nimmer-Wiedersehen-Schublade` verräumt. Wie viele Berichte brauchen sie noch? Sie kennen die Zahlen und Notwendigkeiten und lassen trotzdem die pflegenden Angehörigen im Stich. Das ist untragbar und unsozial. ÖVP und SPÖ müssen wissen, richtig teuer wird es, wenn die pflegenden Angehörigen aufgeben und ihre zu Pflegenden ins Heim schicken. Übrigens, Geld für den Ausbau der Tagesbetreuung und Kurzzeitpflege ist vorhanden, denn vom Bundes-Pflegefonds bekommt Tirol bis 2014 laut Landesrat Reheis 58 Millionen Euro. Also, nicht länger reden, sondern endlich umsetzen!“, fordert Haselwanter-Schneider.