Der Bundesrechnungshof kritisiert in seinem jüngsten Bericht zum Pflegegeld die uneinheitliche Vorgehensweise in Österreich und fordert im Sinne eines einheitlichen Vollzugs eine genaue Definition der Einstufungskriterien sowie eine einheitliche Schulung der Gutachter. Positiv zu vermerken ist, dass die Verfahrensdauer in den letzten Jahren gesunken ist. Tirol befindet sich bei der Bezugshöhe im Mittelfeld, allerdings ist Tirol bei der Anzahl der Bezieher Schlusslicht.

ÖVP-SPÖ haben Vorschlag der Liste FRITZ abgelehnt!

„Tirol könnte hier schon lange neue Wege gehen, aber die ÖVP-SPÖ Landesregierung hat die Chance verpasst! Ich habe zur Verbesserung der Pflegegeld-Einstufung für Betroffene und ihre Angehörige bereits im Herbst letzten Jahres einen Antrag im Tiroler Landtag eingebracht. Die Regierungsparteien haben ihn abgelehnt. Eines ihrer Argumente war, dass Tirol keinen ´ Einzelweg` gehen dürfe und sich der in Österreich üblichen Vorgehensweise anschließen müsse. Der Bundesrechnungshof sagt jetzt genau das Gegenteil“, sieht sich LA Andrea Haselwanter-Schneider, Sozialsprecherin der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol, bestätigt.

Neue Pflegegeld-Einstufung nötig: Mit Ärzten, Betroffenen und Betreuern!

Um die Situation für die Betroffenen maßgeblich zu verbessern, muss die Landespolitik das Rad nicht neu erfinden. Die Pflegewissenschaft kennt die Problematik der falschen Einstufung.

„Das Hauptproblem ist, dass es sich um eine Momentaufnahme des Betroffenen handelt. Nicht selten führt das zu einer falschen Einstufung. Um das zu verhindern, gibt es Hilfsinstrumente, die international angewendet werden. Auch im benachbarten Bayern ist das state of the art. Die Einstufungen sind nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen interdisziplinär durchzuführen. Das heißt, Ärzte, Pflege- und Betreuungspersonen sind einzubinden. So wie die Pflegegeld-Einstufung derzeit praktiziert wird gleicht sie einer Lotterie und das ist ungerecht gegenüber den Betroffenen wie auch gegenüber ihren Betreuern!“, sagt LA Haselwanter-Schneider.