Arzt untersucht Patienten

Ein Jahr nach Beschluss des neuen Gemeindesanitätsdienstgesetzes zeigt sich, was die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol schon beim Beschluss des Gesetzes kritisiert hat: So kann das Sprengelarztwesen in Tirol nicht sichergestellt werden. Kein Sprengelarzt im Stubaital und keine Sprengelärzte in 18 anderen Sprengeln beweisen das.

Mangel an Sprengelärzten hat Ursachen

„Es braucht jetzt niemand verwundert zu sein, dass sich im Stubaital kein einziger Sprengelarzt gemeldet hat. Wie das Land Tirol das Sprengelarztsystem derzeit aufgestellt hat, ist es für jeden Arzt einfach uninteressant. Während ein Sprengelarzt zu einem Unfall fahren soll, um etwa die Totenbeschau durchzuführen, muss er seine Ordination zusperren und seine Patienten stehen vor verschlossenen Türen. Wenn Sprengelärzte 24-Stunden-Bereitschaftsdienste übernehmen sollen, dann müssen sie dafür auch fair entschädigt werden”, erklärt LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Eine Lösung ist notwendig… jetzt!

“Fest steht, dass es Aufgabe des Landes ist, für die Bürger eine Sprengelarztversorgung sicherzustellen. Welches Modell das Land zusammen mit dem Gemeindeverband wählt, ist den Bürgern letztlich egal. Aber die rasche Durchführung einer Totenbeschau ist den Angehörigen wichtig und eine Zwangseinweisung, etwa in eine psychiatrische Einrichtung, ist von Gesetz her nun einmal von einem Sprengelarzt durchzuführen und das alles 24 Stunden am Tag“, verlangt Gesundheitssprecherin LA Andrea Haselwanter-Schneider eine faire Lösung für die Sprengelärzte in Tirol.

Nach Rettungsdesaster nächste Baustelle Sprengelärzte

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol zeigt sich, dass der zuständige ÖVP Landesrat Tilg auch beim Sprengelarztwesen keine Lösung, mit der die Bürger Rund-um-die-Uhr versorgt sind, zusammengebracht hat.

„Nach dem Desaster beim Rettungsgesetz und dem Debakel rund um die Notarztversorgung, zeigt aktuell das Beispiel im Stubaital, dass ÖVP-Landesrat Tilg auch bei den Sprengelärzten keine vernünftige Lösung zustande gebracht hat. Es ist eben nicht damit getan, ein Gesetz verabschieden zu lassen, das den wichtigsten Punkt, nämlich eine ordentliche Abgeltung der Leistungen, die man haben will, offen lässt. Der Herr Landesrat hat es sich wieder einmal leicht machen wollen und die heiße Kartoffel Leistungsabgeltung an Gemeindeverband und Ärztekammer weitergereicht. Das ist keine verantwortungsvolle Politik”, kritisiert Andrea Haselwanter-Schneider

Versorgung nur mehr für reiche Gemeinden?

“ÖVP-Landesrat Tilg nimmt damit in Kauf, dass folgendes künftig passieren kann: Dass nämlich reiche Gemeinden einen Sprengelarzt haben, weil sie es sich leisten können, ihn angemessen zu bezahlen. Dass aber ärmere Gemeinden mit dieser Abgeltung nicht mithalten können und daher keinen Sprengelarzt mehr bekommen. Wenn das eintritt, hat der zuständige ÖVP-Landesrat Tilg dafür die volle Verantwortung zu übernehmen“, stellt LA Haselwanter-Schneider klar.

Bild: AOK Mediendienst