Deutsch Wörterbuch

„Lesen und schreiben ist wie essen und trinken – ohne das geht es nicht! Wir reden seit mehr als 25 Jahren über das Thema Integration. Die bisherigen Rezepte haben nicht gegriffen. Es braucht eine radikales Umdenken, eine Wurzelbehandlung und keine Oberflächenbehandlung. Funktioniert es mit der deutschen Sprache in den Familien, funktioniert es in den Firmen!“, meint LA Fritz Dinkhauser zum Thema Integration.

Schlüsserolle haben Migranten-Familien

„Der zum Teil hohe Migranten-Anteil in Tiroler Schulen muss unser Augenmerk auf das Grundproblem der oft fehlenden oder mangelnden Sprachkenntnisse richten. Eine Schlüsselrolle kommt den Eltern und Familien zu. Leider beherrschen oft auch die Mütter und Väter die deutsche Sprache nicht. Die Sprache zu erlernen, kann aber nicht nur den Schulen und Lehrern aufgebürdet werden. Es braucht ein neues Bewusstsein in den Migranten- Familien. Ihnen muss vermittelt werden, dass ihre Lebens- und Berufschancen und die ihrer Kinder schwinden, je weniger sie und ihre Kinder die deutsche Sprache beherrschen. Sie müssen wissen, dass sie und ihre Kinder ohne Sprache auch ohne Zukunft sind!“, so LA Dinkhauser.

Wer kein Deutsch spricht wird schneller arbeitslos!

Für LA Dinkhauser ist auch klar, dass man zuerst die eigene Muttersprache beherrschen muss, um eine andere Sprache zu verstehen. Man dürfe Migranten daher nicht zwingen ihre Muttersprache zu verleugnen, aber sie müssten die Chance, die deutsche Sprache zu erlernen, auch selber nützen.

„Wir brauchen Migranten für den Arbeitsmarkt. Aber ohne Bildung gibt es keine Berufschancen. Migranten sind die ersten, die in Krisenzeiten ihre Jobs verlieren. Laut Arbeitsmarktservice Tirol waren im Juli 2.410 Menschen mit Migrationshintergrund arbeitslos, das sind 832 mehr als im Juli vergangenen Jahres, ein Plus von 52,7%. Auch die Firmen müssen animiert werden, ihren Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund die Sprache im Betrieb beizubringen“, sagt LA Dinkhauser.

„Die Politik hat die Verpflichtung alles dafür zu tun, dass Migranten ihre Chance bekommen und nützen. Denn ohne Sprachkenntnisse sind vor allem die jungen Migranten die Sozialfälle von morgen! Wir wollen eine ständige Evaluation, wie es mit den Sprachkenntnissen der Migranten ausschaut. Nur Geld zu investieren, ohne die tatsächlichen Fortschritte zu erheben, reicht uns nicht“, so LA Dinkhauser.