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LA Fritz Dinkhauser
Vorsitzender der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol
Fritz-Klub im Landhaus
Innsbruck

Landeshauptmann Günther Platter
Landhaus
Innsbruck

Innsbruck, am 25. Februar 2009

Betrifft: Offener Brief zum weiteren Kahlschlag bei der Post

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, werter Günther!

Laut Plan der Post werden am kommenden Mittwoch, den 04. März 2009, die beiden Postämter Telfs/St. Georgen (6412) und Landeck/Öd (6503) zu gesperrt. Betroffen davon sind die Mitarbeiter der Post und hunderte Tiroler Bürgerinnen und Bürger, besonders viele ältere Menschen.

Der Kahlschlag bei der Post soll weiter gehen. Das Postmanagement will etwa 25 Postämter – darunter sehr viele im städtischen Bereich, wie das Postamt Saggen – in den kommenden Monaten schließen. Betroffen davon sind rund 25 Mitarbeiter der Post und viele Tiroler Bürgerinnen und Bürger.

Ich meine so wie Du, dass die Menschen ein Anrecht darauf haben, dass Postmanagement und Politik endlich Wort halten! Postämter gehören zur Infrastruktur eines Dorfes oder eines Stadtteiles. Jede weitere Ausdünnung, trocknet die betroffenen Gemeinden und Stadtteile weiter aus. Schwache Gemeinden bewirken ein schwaches Land! Mit dem wiederholten Wortbruch muss Schluss sein!

Der jetzt diskutierte, neuerliche Kahlschlag bei der Post ist nur der vorläufige Schlusspunkt einer seit Jahren betriebenen Schließungs-Welle. Im Jahr 2002 hat das Postmanagement österreichweit 700 Postämter geschlossen, darunter 40 Postämter in Tirol. Damals haben die Manager versprochen, es sei eine „einmalige Geschichte“. Im Jahr 2005 hat das Postmanagement wieder 37 Postämter in Tirol geschlossen. Wieder haben die Manager versprochen, jetzt sei wirklich „Schluss“. Die Tiroler Politik hat das bestätigt. Die Ankündigung im November 2008 bis ins Jahr 2015 österreichweit weitere 1000 Postämter zu schließen, hat – auf Initiative der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol – alle Parteien im Tiroler Landtag einen gemeinsam Antrag beschließen lassen. Demnach hat der Tiroler Landtag gefordert, dass die „postalischen Dienstleistungen auch künftig im gesamten Bundes- und Landesgebiet im bisherigen Umfang durch die Österreichische Post AG zu gewähren“ seien, die „kolportierten Rationalisierungspläne unzumutbar“ seien, und der Landtag „die Bemühungen des Landeshauptmannes von Tirol sowie der Bundesregierung zur Verhinderung der auch Tirol betreffenden Rationalisierungspläne unterstützt“.

Was ist eine solche einstimmige Entschließung des Tiroler Landtages wert? Wie mir Dein Büro gestern mitteilen hat, hast du den Allparteienantrag des Tiroler Landtages an die Bundesregierung weitergeleitet. Ein Ergebnis dazu hast Du offensichtlich bis dato nicht eingefordert.

Ich bitte Dich daher heute um eine öffentliche Erklärung, dass Du Dich für die Erhaltung der öffentlichen Strukturen einsetzt und dem Willen aller im Landtag vertretenen Parteien zum Durchbruch verhilfst.

Die von der Post AG immer wieder vorgebrachte Erklärung, Postämter durch Postpartner und Postservicestellen zu ersetzen, ist nachweislich nur eine halbe Lösung. Es genügt nicht, einfach irgendeinen Ersatz anzubieten, sondern es ist das umfassende Angebot und die Qualität sicher zu stellen.

Stellvertretend für die Tiroler Bürger, ersuche ich Dich dringend um ein klares und eindeutiges Bekenntnis zur Post und ihren Dienstleistungen im vollen Umfang und erhoffe von Dir im Sinne der betroffenen Mitarbeiter und der Bürgerinnen und Bürger die Durchsetzung der vom Landtag einstimmig beschlossenen Forderungen.

Mit freundlichen Grüßen,

LA Fritz Dinkhauser