Geldhaus

 „Wohnen in Tirol ist heute Geld- und Glückssache. Entgegen ihrer Ankündigung in der Regierungserklärung, sich für leistbares Wohnen einzusetzen, murksen ÖVP und SPÖ ideenlos und tatenlos herum. Offenbar haben sie erkannt, dass das neue Raumordnungsgesetz Wohnen nicht leistbarer macht, jetzt wird wieder diskutiert, geredet und gerechnet. Viele Tiroler brauchen dringend Hilfe bei den exorbitante Mieten und bei Baugrundstückspreisen über 600 Euro pro Quadratmeter“, stellt LA Fritz Dinkhauser klar.

2 Fälle aus der Regierungserklärung von LH Platter: Versprochen – gebrochen!

Fall 1)

Versprochen: “Auch beim Wohnen stehen wir vor großen Herausforderungen. Wir werden in den kommenden Jahren weiter leistbaren Wohnraum schaffen müssen.”

Gebrochen: Noch immer ist Innsbruck die teuerste Landeshauptstadt in Österreich. So liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis in der Landeshauptstadt bei fast 3.200 € pro Quadratmeter.

Zum Vergleich: Am günstigsten wohnen Eisenstädter und St. Pöltner. Sie zahlen nur rund 1.100 € pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung. Selbst die zweitteuerste Stadt Österreichs, Salzburg, liegt weit hinter Innsbruck mit Quadratmeterpresien von durchschnittlich 2.500 €. In Wien muss man durchschnittlich mit Preisen von rund 2.300 € rechnen, wobei es dort große Unterschiede je nach Lage gibt

Fall 2)

Versprochen: “Ein weiterer Schwerpunkt dieser Regierung ist die Baulandmobilisierung. Die Erarbeitung eines Modells zur Verteilung von Widmungsgewinnen gehört ebenso dazu wie die verstärkte Erschließung von forstlich wenig genutzten Flächen für den Wohnbau.”

Gebrochen: Das neue Raumordnungsgesetz wird erstens keine Baulandmobilisierung bringen und zweitens hat die Landesregierung das Modell zur Verteilung von Widmungsgewinnen aus dem Gesetz gestrichen.

 

Zum leistbaren Wohnen braucht es eine Fülle an Maßnahmen:

  • Etwa die strategische Erhebung von Angebot und Nachfrage über eine Wohnlandkarte, die jeder im Internet einsehen kann.
  • Die unbeschränkte Möglichkeit, dass Gemeinden Freiland kaufen können, um für den sozialen Wohnbau Flächen zu haben.
  • Schließlich viel mehr Tempo bei der Übertragung der Grundstücke der Gemeindeguts-Agrargemeinschaften an die Gemeinden.

Unrecht Agrargemeinschaften beseitigen – leistbares Wohnen ermöglichen!

„Leistbares Wohnen in Tirol hängt sehr stark mit dem Unrecht bei den Gemeindeguts-Agrargemeinschaften zusammen. ÖVP und SPÖ müssen ihre Hausaufgaben machen und mithelfen, dass diese hunderttausenden Quadratmeter Grund und Boden, die den Gemeinden gehören, auch in die Hände der Gemeinden kommen und nicht in jahrelangen Streitereien versanden. Beim leistbaren Wohnen ist auch die Diskussion um die schlechtesten Einkommen in Tirol – durchschnittlich 1.296 € monatlich netto, 14 mal pro Jahr – sowie der weitere, strategisch geplante Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu diskutieren“, verlangt LA Fritz Dinkhauser

Was wollen ÖVP und SPÖ mit der Wohnbauförderung?

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol unterstützt die Zweckbindung der Wohnbauförderungsgelder. Leider haben ÖVP und SPÖ auch in Tirol schon in die Wohnbaugelder-Schatulle gegriffen, etwa um die Zukunftsstiftung und den Bahnhof St. Anton zu finanzieren.

„Die schwarz-rote Landesregierung muss die Frage beantworten, was sie mit der Wohnbauförderung will. Soll die Wohnbauförderung ein soziales Instrument, ein wirtschaftspolitisches oder ein umweltpolitisches sein? Aus Wohnbaufördergeldern bezahlen ÖVP und SPÖ Gebäudesanierungen, Wärmedämmungen, Fenstertauschaktionen und den Ausbau der Solarthermie. Diese Maßnahmen sind in Ordnung, aber sie verwässern den sozialen Sinn der Wohnbauförderung, nämlich Wohnen leistbarer zu machen“, sagt LA Dinkhauser.