Ein Kind schaut durch einen Zaun

Missbrauchsopfer in Landesheimen waren schutzlose Kinder!

“Die heute als Missbrauchsopfer in Landesheimen bezeichneten Menschen, waren Kinder, die sich nicht wehren konnten und die unter den erlittenen Grausamkeiten massiv zu leiden hatten. Sie waren Opfer eines Systems. Das Land Tirol bzw. die Tiroler Landesregierung handeln heute hartherzig, wenn sie mit dem Mittel der Verjährung diesen Menschen ihr Recht verwehren, ihre Ansprüche von einem unabhängigen Gericht überprüfen und klären zu lassen!”, stellt Landtagsabgeordneter Andreas Brugger fest.

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat im Landtag einen Verzicht auf die Einwendung der Verjährung beantragt, sodass, die betroffenen Menschen heute ihre Ansprüche von einem unabhängigen Gericht prüfen und klären lassen können. Nach einigen Gesprächen scheint klar, ÖVP und Grüne lehnen einen Verjährungsverzicht ab.

Bericht der Tiroler Tageszeitung zum VerjährungsverzichtIm Wortlaut:

Zum Nachlesen – die Verjährungsdebatte in der Tiroler Tageszeitung:

FRITZ-Kompromissvorschlag lehnen Grüne ab

“Wir haben einen Kompromissvorschlag formuliert, der den betroffenen Missbrauchsopfern nicht schadet, die anhängigen Prozesse möglich macht und dann Präjudizfälle schafft, also richtungsweisende Gerichtsentscheidungen, nach denen eventuelle weitere Fälle rasch und unbürokratisch geklärt werden können. Diesen Kompromiss lehnen die Regierungsparteien ÖVP und Grüne anscheinend ab. Stattdessen wollten die Grünen die derzeit anhängigen Klagen ausnehmen und auf weitere, eventuelle Fälle warten, was die jetzt Klagenden aber benachteiligen würde und in sich unlogisch sowie ungerecht wäre”, erläutert Andreas Brugger.

Gastkommentar in der Tiroler Tageszeitung zum Thema VerjährungsverzichtKommentar zur Verjährungsverzicht-Debatte von Dr. Horst Schreiber, Zeithistoriker & Autor:

Brugger: “Verjährung ist sittenwirdrig!”

Fritz-Landtagsabgeordneter Andreas Brugger“Ich halte es überhaupt für sittenwidrig, wenn das Land Tirol bzw. die Landesregierung heute Verjährung einwenden. Nur durch zahlreiche massive Pflichtwidrigkeiten des Landes und seiner Einrichtungen war es möglich, dass dieses Unrecht so lange nicht aufgearbeitet wurde. Es darf nicht vergessen werden, dass Einzelne eingeschüchtert und sogar bedroht wurden, als sie die Missstände aufzeigen wollten bzw. öffentlich gemacht haben. Wenn die Landesregierung darauf beharrt, mit der Verjährung die anhängigen Fälle abzublocken, dann demütigt sie heute wieder die Missbrauchsopfer von damals”, bedauert Andreas Brugger diese hartherzige Haltung von ÖVP und Grünen.

Der Auslöser: Die FRITZ-Initiative zum Verjährungsverzicht zugunsten von Missbrauchsopfern in Landesheimen:

Foto: meltis, pixelio.de