Frauen in Führungspositionen

Anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März hat EU-Grundrechtskommissarin Viviane Reding eine europaweite, gesetzliche Regelung für eine verpflichtende Frauenquote in Unternehmen und Aufsichtsräten in Aussicht gestellt.

Zum Nachlesen: “Brüssel prüft Quote für Frauen – drei von vier Europäern dafür”, Die Presse, 05.03.12

Nur 15% Frauen in Aufsichtsräten der Landesunternehmen!

„Wir haben gesehen, dass Sonntagsreden von ÖVP und SPÖ wenig bringen, denn auch das Land Tirol erfüllt seine Vorbildfunktion nicht. Nach dem Ausscheiden Switaks aus dem TIWAG-Aufsichtsrat kann die Landesregierung das bei der anstehenden Nachbesetzung wieder unter Beweis stellen. In den Landesunternehmen gibt es insgesamt 149 Aufsichtsräte, lediglich 23 davon sind Frauen. Das sind nur 15 Prozent”, stellt Frauensprecherin LA Andrea Haselwanter-Schneider enttäuscht fest.

Weiblich Aufsichtsräte in LandesunternehmenDie Aufstellung:

Frauen in Aufsichtsräten der Landesunternehmen 2008-2011

Land erfüllt Vorbildfunktion nicht: Nächste Nagelprobe TIWAG-Aufsichtsrat!

“Erst eine verbindliche Quote stellt sicher, dass die Unternehmen umdenken und die derzeitige Benachteiligung von gut ausgebildeten Frauen nachlässt. Das Land Tirol muss Vorbild sein, andere Betriebe werden dann folgen“, erklärt Andrea Haselwanter-Schneider.

FRITZ-Initiative: Mehr Frauen in Aufsichträte!

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat vor einem Jahr einen Landtags-Antrag eingebracht, wonach sich das Land Tirol zu einem Frauenanteil von 40% in den Aufsichtsräten der Landesunternehmen verpflichtet. ÖVP, SPÖ und FPÖ haben diesen Antrag abgelehnt.

Frauen übernehmen Verantwortung: Positivbeispiele widerlegen ÖVP-Landesrätin Zoller-Frischauf

„Es ist Unsinn, dass Frauen diese Positionen gar nicht wollen, wie ÖVP Wirtschafts- und Frauen-Landesrätin Zoller-Frischauf immer wieder behauptet. Es gibt in Tirol Positivbeispiele, wie die Neue Heimat Tirol, die Festwochen der Alten Musik und das Landestheater. In allen drei Unternehmen sind mindestens die Hälfte der Vorstandsmitglieder Frauen. Diese Beispiele zeigen, dass mit gutem Willen selbstverständlich genug qualifizierte Frauen für diese Aufgabe zur Verfügung stehen und sie diese auch gerne übernehmen“, sagt Andrea Haselwanter-Schneider.

Triste ÖVP-SPÖ Bilanz zur Frauenpolitik!

  • Zwei Drittel der Tiroler Landesunternehmen haben keine bzw. nur eine Frau in ihrem Aufsichtsrat.
  • Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) und die  Olympia Sport- und Veranstaltungs-GesmbH sind nach wie vor frauenlos.
  • Die Felbertauernstraße AG und die Brenner Basistunnel BBT SE haben zwar von null auf eine Frau im Aufsichtsrat aufgestockt, bei insgesamt 27 Aufsichtsräten in beiden Unternehmen ist das aber mehr als beschämend.
  • Nur eine Frau findet sich im Aufsichtsrat der TILAK, der TIWAG und der Landesmuseen-Betriebs-GmbH.
  • Der Innsbrucker Flughafen hat sogar die einzige Frau im Aufsichtsrat abgebaut.

2008: 11 weibliche Aufsichtsräte – 2011: 23 weibliche Aufsichträte…

„Von 2008 bis 2011 hat es in den Aufsichtsräten der Landesunternehmen Steigerungen beim Frauenanteil nur in homöopathischen Dosen gegeben. Die von Zoller-Frischauf großartig verkündete Verdoppelung bedeutet statt 11 weiblicher Aufsichträte 2008, ganze 23 im Jahr 2011″, rückt Haselwanter-Schneider die magere Steigerung ins richtige Licht.

…kein Grund zu jubeln, Frau ÖVP-Landesrätin Zoller-Frischauf!

“Die ÖVP-Landesrätin soll ihrer Aufgabe als Frauenbeauftragte der Landesregierung endlich nachkommen und sich mindestens so aktiv für die Bestellung von  Frauen in Aufsichtsräten der Landesunternehmen einsetzen wie sie jetzt Argumente sucht, es nicht tun zu müssen. Von der SPÖ erwarten wir, dass sie sich mit uns gemeinsam für die Frauen einsetzt und sich nicht länger im Landtag dem veralteten Frauenbild der ÖVP unterwirft“, verlangt LA Andrea Haselwanter-Schneider Taten statt Worte.