Pflege Altersheim

„Die ÖVP-SPÖ Landesregierung schreibt das politische Pflegefiasko weiter. Das Pflegesystem ist nicht nur mit kosmetischen Eingriffen zu erhalten, eine komplette Strukturänderung ist notwendig. Langfristig müssen wir schrittweise weg von der teuren Betreuung im Heim, hin zur Pflege daheim. Dafür sind die Angehörigen und die ambulanten Dienste, beispielsweise die Gesundheits- und Sozialsprengel, zu fördern. Es genügt nicht, sich auf tausende pflegende Angehörige zu verlassen. Denn die werden nicht mehr, sondern älter und somit nicht mehr einsatzbereit!“, erklärt Sozialsprecherin LA Dr. Andrea Haselwanter-Schneider.

Schöne Erhebungen mit statistisch ausreichendem Personal ändern nichts an der Pflegemisere!

„Statistisch mag es genug Pflegepersonal geben, aber die Statistik arbeitet nicht mit den Menschen. Solche Erhebungen helfen den zu Pflegenden, den Mitarbeitern und den Angehörigen nicht. In den nächsten Jahren will die Landesregierung 660 neue Pflegebetten errichten, obwohl es jetzt schon zu wenig Mitarbeiter in der Pflege gibt. Das dauernde Bauen von Pflegeheimen verschärft das Problem. Die tausenden Mitarbeiter in der Pflege geben ihr Bestes, aber sie halten den Druck im System kaum aus. Daher wechseln sehr viele oder fangen nach der Ausbildung erst gar nicht im Pflegebereich an. Auch der ungerechte und unsoziale Minutenschlüssel belastet die zu Pflegenden und die Mitarbeiter. Dieser Minutenschlüssel ist nicht nur zu reformieren, sondern er ist abzuschaffen“, verlangt LA Haselwanter-Schneider.

Pflege wird unfinanzierbar!

Pflege

Das derzeitige Pflegesystem ist besonders teuer. Die Kosten steigen immens, langfristig müssen wir Angst haben, dass die Pflege unfinanzierbar wird und wir auf ein Finanzdebakel zusteuern.

„Für ein Pflegebett zahlt die öffentliche Hand monatlich rund 1.400 €, wenn die Politik den ambulanten Bereich mit einem Teil dieser Summe unterstützen würde, könnten viel mehr Menschen daheim alt werden, wie sie es wünschen. Zusätzlich brauchen wir eine solidarische Pflegeversicherung, wie wir sie im Landtag vorgeschlagen haben. Sie lässt sich auf Landesebene über die Landeskassen einführen. Fangen wir endlich an, am besten dort, wo das Land selber zuständig ist. Etwa bei allen, die in der öffentlichen Verwaltung tätig sind, wie Lehrer, Vertragsbedienstete in den Gemeinden, Bezirkshauptmannschaften oder beim Land. Wenn Freizeitversicherungen über die Krankenversicherung möglich sind, dann muss auch eine solidarische Pflegeversicherung möglich sein. Die Zeit drängt, wenn wir jetzt nicht beginnen, dann wird es von Jahr zu Jahr schwieriger!“, warnt LA Haselwanter-Schneider.