Mutter Doppelbelastung

„ÖVP Familienlandesrätin Zoller-Frischauf kennt die Zahlen des Landes Tirol offensichtlich nicht. Laut Angaben des Landes Tirol haben 137 von 279 Tiroler Gemeinden keine Einrichtung für die Betreuung von Kleinkindern. Das heißt: In jeder 2. Gemeinde gibt es keine Kinderkrippe, keine Kinderspielgruppe und keine Tagesmutter für die unter 3 Jährigen. Es ist also schlichtweg falsch, wenn Frau Zoller-Frischauf meint, Tagesmütter könnten hier aushelfen. Es gibt sie in diesen Gemeinden nicht. Auf der Strecke bleiben die Eltern der rund 20.000 unter 3-jährigen Kinder, die dringend eine Kinderbetreuung brauchen. Denn nur 3.500 Kinder haben einen Betreuungsplatz“, sagt LA Fritz Dinkhauser.

Kostenlose und ganztägige Kinderbetreuung für die, die sie brauchen!

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol bleibt bei ihren Forderungen. Es braucht, wie in unserem Landtags-Antrag gefordert, kostenlose, ganztägige und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung von 0 bis 6 Jahren. Es braucht ein harmonisiertes Angebot mit gleichen Preisen, mit Mittagstisch und flexiblen Öffnungszeiten während der Ferien und der Sommermonate. Natürlich steht es den Eltern frei, ob sie das Angebot annehmen wollen. Für interessierte Eltern muss es aber eine tatsächliche Wahlfreiheit geben. Auf jeden Fall braucht Tirol ein besseres und leistbares Angebot. Denn Fakt ist in Tirol: Nicht nur Alleinerzieherinnen sind erwerbstätig. Immer öfter müssen beide Elternteile ihren Beitrag zum Familieneinkommen leisten. Nur so können viele ein Einkommen zum Auskommen sicherstellen.

Betroffene Bürger über ÖVP LR Zoller-Frischauf verärgert!

Das bestätigen uns auch Bürgerreaktionen. So schreibt uns eine Mutter mit zwei Kindern im Alter von 2 und 4 Jahren aus dem Unterland:

„Ich habe meinen 2 Jährigen für 2 Tage pro Woche in einer privaten Kinderbetreuungseinrichtung, unterbringen müssen, da ich es mir nicht leisten kann nicht arbeiten zu gehen. (…) Es wäre nett wenn mir Frau Zoller- Frischauf freie Betreuungsplätze nennen kann, denn ich habe bisher keine gefunden. Ebenso was die Sommerbetreuung meiner Kinder betrifft!! (…) Ohne Unterstützung meiner Familie wäre es NICHT möglich arbeiten zu gehen, da auch der Kindergarten nur vormittags bis 12.30 geöffnet hat. Ein Unterbringen über die Mittagszeit geschweige denn Nachmittags ist unmöglich. (…) Es mag auf dem Papier genügend Kinderbetreuungsplätze geben, nur ist es mir nicht möglich mein Kind in einen anderen Bezirk, 70 oder 80 km entfernt, in Kinderbetreuung zu geben. Der Zeitaufwand und die Kosten stünden in keinem Verhältnis.“

„Ein Drüberschwindeln über diese Fakten ist unanständig. Nicht die Landesräte brauchen Kinderbetreuung, sondern erwerbstätige Eltern in Tirol. Frau Zoller-Frischauf agiert abgehoben, gefühllos und kompetenzlos. Es ist keine Absicht erkennbar, die Situation für die betroffenen Eltern zu verbessern. In Oberösterreich etwa startet die Gratis-Betreuung ab 1. September. Bei den Krabbelstuben gratis ab dem vollendeten 30. Lebensmonat. Beim Kindergarten gratis halbtags und wo angeboten auch ganztags. Ab zehn für den Nachmittag angemeldeten Kindern ist auf jeden Fall eine Ganztagesgruppe zu führen. Darunter gibt es Sondergenehmigungen. Die Tiroler Politik kann sich in dieser Frage Oberösterreich durchaus als Vorbild nehmen“, so LA Dinkhauser.