Ein Traktor

Das von den ÖVP-Landesräten Steixner und Tratter heute vorgestellte Expertengutachten im Auftrag der Landesregierung zu den Agrarübertragungen in Osttirol während der Zeit des Nationalsozialismus widerlegt die Ansichten der Opposition im Allgemeinen und der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol im Speziellen nicht.

Übertragungen in Osttirol in der NS-Zeit: Unrechtsakt in Unrechtsregime!

“Fakt ist, der Unrechtsakt im NS-Unrechtsregime ist passiert. Wir haben mit keiner Aussage behauptet, dass der Unrechtsakt passiert ist, weil die Bauern fanatische Nazis waren, sondern wir haben behauptet, dass der Unrechtsakt, der in Osttirol in der NS-Zeit stattgefunden hat, in dieser Form nur in einem skrupellosen Regime wie es das NS-Regime war, möglich gewesen ist”, stellt Agrargemeinschaftsexperte LA Andreas Brugger klar.

Zum Nachlesen: So hat das Nazi-Regime die Osttiroler Gemeinden ersatzlos enteignet

Entschuldigung Steixners bei Tirolern fällig!

“Es passt zu Steixners Ungeniertheit, dass er heute eine Entschuldigung von der Opposition einfordert. Steixner, seines Zeichens ÖVP-Agrarlandesrat, ÖVP-Bauernbundchef und selbst Agrargemeinschaftsmitglied, soll sich gefälligst bei den Tiroler Bürgern und Gemeinden entschuldigen, dass sie trotz mehrere höchstgerichtlicher Erkenntnisse bis dato nicht zu ihrem Recht gekommen sind und keinen Cent ihres ihnen zustehenden Vermögens bekommen haben”, ärgert sich LA Fritz Dinkhauser über die Unverfrorenheit von Steixner.

Ein Dokument des Agrarunrechts aus der NS-Zeit

Gutachten der Landesregierung widerlegt FRITZ-Aussagen in keinem Punkt!

  • Fakt bleibt, dass das NS-Regime die Osttiroler Gemeinden ersatzlos enteignet hat.
  • Fakt bleibt, dass das offenkundig verfassungswidrig war, was inzwischen höchstgerichtlich klargestellt ist.
  • Fakt bleibt, dass während der NS-Zeit in Osttirol alle maßgeblichen Stellen, einschließlich der Gemeindeaufsichtsbehörde, beschlossen haben, das gesamte Gemeinde- und Fraktionsgut flächendeckend zu beseitigen und ins Eigentum der Agrargemeinschaften zu übertragen.
  • Fakt bleibt schließlich, dass es vorher zwar in Einzelfällen und unter unterschiedlichen Bedingungen, aber nicht in einer derart konzertierten Aktion vergleichbare, ersatzlose Enteignungen im großen Stil gegeben hat.

“Es bleibt dabei, ein Unrechtsakt in der NS-Zeit wird nicht besser, nur weil ihn mehrere Stellen damals abgesegnet haben. Er bleibt ein Unrechtsakt, weil schließlich alle Institutionen in dieser Zeit gleichgeschaltet waren”, erklärt Andreas Brugger.

Wiedergutmachung durch die ÖVP-SPÖ Landesregierung notwendig!

“Erstens sind die Fälle in Osttirol gleich zu behandeln wie in Nordtirol, also Agrargemeinschaften, die durch diese Übertragungen entstanden sind, sind als Gemeindegutsagrargemeinschaften einzustufen. Zweitens ist Wiedergutmachung notwendig, weil heute jeder erkennen muss, dass die Übertragungen als Unrechtsakt in einem Unrechtsregime stattgefunden haben, daran wird heute wohl keiner zweifeln wollen. Über die Person des Dr. Wolfram Haller, seine Motivation und Linienförmigkeit haben wir nicht und wollen wir nicht spekulieren, weil es in der Sache auch keine Rolle spielt”, verlangt Andreas Brugger die Wiedergutmachung des begangenen Unrechts.

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