Leere Taschen

Im Rahmen der Aktuellen Stunde hat der Landtag auf Vorschlag der Grünen das Thema „Gesetzlicher Mindestlohn als Voraussetzung für wirksame Armutsbekämpfung“ debattiert.

Tirol: Wenig Lohn, hohe Kosten!

„Mindestlöhne sind Bundessache. Nichtsdestotrotz sind sie für die Arbeitnehmer in Tirol sehr wichtig. Denn gerade in Tirol verdienen die Menschen am zweit wenigsten in Österreich, während das Wohnen und Leben in Tirol am Teuersten sind. Wie Kollektivverträge ein Fangnetz darstellen, tun dies auch gesetzliche Mindestlöhne. Derzeit ist die Frage der gerechten Bezahlung, eine Frage der persönlichen Einstellung des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern. Fest steht, dass Menschen in Tirol die um die 1.000 Euro verdienen schwer auskommen. Daraus ergibt sich, dass die Bedarfsorientierte Mindestsicherung, wie sie ÖVP und SPÖ in Tirol jetzt beschlossen haben, mit monatlich 558 Euro zum Leben plus Übernahme der ortsüblichen Wohnkosten keine echte Armutsbekämpfung sein Kann“, erklärt LA Fritz Dinkhauser.

Mindestlohn ist Frage der Zeit!

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol ist die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns eine Frage der Zeit. Immerhin haben schon 20 von 27 EU-Staaten einen gesetzlichen Mindestlohn, immerhin sechs Staaten zahlen mehr als 1.000 Euro, Luxemburg sogar 1.600 Euro monatlich.

„Österreich ist das viert reichste Land Europas. Wir haben genug Geld, aber wir müssen es für die richtigen Menschen ausgeben. Derzeit zahlen einige Branchen wahre Schandlöhne. In Tirol gibt es sehr viele Niedriglohnbezieher, die Zahl der Menschen, die trotz Arbeit zu wenig zum Leben verdienen, steigt, in den letzten Jahren um 38%. Zudem arbeiten in Tirol die Hälfte der Menschen nicht ganztägig und ganzjährig, sie arbeiten also nicht Vollzeit. Die Tiroler Arbeitnehmer verdienen sich eine eigene West-Zulage, die die höheren Kosten fürs Wohnen und Leben abdecken helfen“, verlangt LA Fritz Dinkhauser.

Weitere Gründe für die niedrigen Löhne in Tirol sind der österreichweit geringste Angestellten- und Akademikeranteil in Tirol sowie die gewaltige Unterbezahlung der Frauen.