Fritz Dinkhauser mit Milchkannen

„Die Berglandmilch ist ein Milchkonzern mit 610 Millionen Euro Umsatz und wird die Tirol Milch mit 136,6 Millionen Euro schlucken. Dieser Milchraub-Genossenschaft Oberösterreich geht es um ihren Gewinn und um die Marke Tirol. Der Milchpreis, der Mitarbeiterstand des Milchhofs und die Konzernstrategie wird künftig in Oberösterreich bestimmt. Das ist der Ausverkauf eines Stücks Tirol, eine Bankrotterklärung der ÖVP Agrarpolitik a la Steixner und ein Verrat an der Genossenschaftsidee der Bauern. Die versprochenen paar Cent mehr Milchpreis sind nicht mehr als Milch-Silberlinge. Ich rufe die Tiroler Bauern auf, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen. Wacht auf und wehrt euch!“, fordert LA Fritz Dinkhauser.

Von wertvoller Berglandmilch zur Flachlandmilch!

„Das Chaos bei der Tirol Milch ist offensichtlich, wenn die rund 4.000 Milchbauern genauso wenig wie der Geschäftsführer beim Verkauf eingebunden sind. In den letzten 15 Jahren haben 15.000 Tiroler Bauern die Stalltüren zugemacht. Statt für die heimischen Milchbauern die große Chance der Spezialisierung wahrzunehmen, schmeißen sich die ÖVP Agrarfunktionäre den Oberösterreichern an die Brust. Die machen aus ihrer Flachlandmilch jetzt Berglandmilch und schnappen sich billig die Marken Tirol und Lattella. Aber mit so einer Einheitsmilch ist die Glaubwürdigkeit der Marke Tirol dahin, es bleibt die Marke Tirol mit falschem Inhalt. Gescheiter wären Kooperationen mit verlässlichen Partnern, etwa in Südtirol“, meint LA Dinkhauser.

MilchkannenAlternative Südtirol!

Auch kleine Genossenschaften sind überlebensfähig, das zeigt die Genossenschaft Milchhof Sterzing. Sie macht mit 62,5 Mio. € (2009) etwa den halben Jahresumsatz der Tirol Milch (136,6 Mio. €), aber sie bezahlt ihren Bauern mit 50 Cent pro Liter Milch statt 32 Cent wie die Tirol Milch einen viel höheren Milchpreis.

„Der Geschäftsführer der Genossenschaft bestätigt, dass das Um und Auf eine starke Marke, gute Qualität und Spezialisierung sind. So ist der kleine Milchhof Sterzing die Nummer 2 in Italien beim Joghurt und die Nummer 3 nach Danone und Müller. 100 Prozent der Milch wird veredelt und unter der eigenen Marke verkauft. Die ÖVP Agrarfunktionäre könnten da lernen, wie es gehen kann. Stattdessen verraten sie die Bauern, Mitarbeiter und Konsumenten, die ihnen jahrelang die Treue gehalten haben. Das alles in einer Zeit, in der gesunde heimische Lebensmittel immer mehr Bedeutung bekommen“, ärgert sich LA Dinkhauser.

Foto: Günter Havlena, pixelio.de