Lokalaugenschein zum Lärmschutz in Söll

Millionen-Projekt verursacht mehr Lärm für Anrainer!

Das Land Tirol hat die B 178 in der Gemeinde Söll um Gesamtkosten von 18 bis 22 Millionen Euro umgestaltet. Nach der Errichtung einer 3,10 Meter hohen Lärmschutzwand auf nur einer Seite der Straße und einer Geschwindigkeitserhöhung von 60 auf 80 km/h hat die Lärmbelastung für die Anrainer aber zugenommen statt abgenommen! Von einer geplanten Notlösung erwarten sich die Anrainer keine Verbesserung der Lärmsituation.

soell krone titel 191213So berichten die Medien:

Umstrittene Notlösung ist geplant…

“Um den Unmut vieler Bürger zu dämpfen, haben Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft jetzt weitere Lärmschutzmaßnahmen geplant. Die Gemeinde hat dazu das Projekt einer 300 bis 600 Meter langen Lärmschutzwand vorgestellt. Damit die Touristen den Ort Söll weiterhin beim Vorbeifahren sehen, soll diese Lärmschutzwand aber nur mit Glasbausteinen und nur 1,5 Meter hoch gebaut werden. Das alles soll 200.000 Euro kosten!”, berichtet der betroffene Anrainer und engagierte Bürger Andreas Hosp aus Söll.

Vertreterinnen der Liste Fritz mit einem besorgten Anrainer in Söll…Anrainer sehen darin keine Lösung des Lärmproblems!

“In Wies und anderen Ortsteilen sind an die 400 Anwohner betroffen. Wir fürchten, dass die vorgelegte Notlösung die Lärmbelästigung nicht beseitigt. Unser Ziel ist es, den ursprünglichen Lärmpegel von 45 dB wieder zu erreichen und die Bürger nicht länger mit bis zu 60 dB zu belasten. Auch das Umweltministerium bestätigt die Lärmbelastung der Anrainer. Eine technisch ausgereifte Lärmschutzwand und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 auf 60 km/h sind notwendig”, meint Andreas Hosp aus Söll.

Liste FRITZ hat Dringlichkeitsantrag im Landtag eingebracht: Menschen & Gesundheit zuerst!

Nachdem sich betroffene Bürger aus Söll an alle politischen Parteien im Land gewandt haben, hat sich die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol mit einem Dringlichkeitsantrag im Tiroler Landtag der Sache angenommen. Im Dezember-Landtag haben die Mehrheitsparteien ÖVP und Grüne dem Problem keine dringliche Behandlung zuerkannt, Ende Jänner muss jetzt der Landtagsausschuss über den Dringlichkeitsantrag beraten.

Andreas Hosp erzählt von den Problemen der Anrainer in SöllUnabhängige Prüfung soll klären, welche Massnahmen notwendig und zielführend sind!

“In der Sache gehen für uns die betroffenen Menschen und ihre Gesundheit vor. Ein sündteures Millionen-Straßenbauprojekt darf die Situation für die Anrainer nicht verschlechtern, sondern muss sie verbessern. Bevor jetzt in Husch-Pfusch-Manier für das vorliegende Lärmschutzwand-Projekt weitere 200.000 Euro ausgegeben werden, soll eine Prüfung durch unabhängige Fachleute klären, welche Lärmschutzmaßnahmen notwendig und wirklich zielführend sind”, verlangt Isabella Gruber, Bezirkssprecherin von Kufstein der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol.

Bürgerinteressen Ernst nehmen, nicht drüberfahren!

“Als Bürgerbewegung ärgert es uns, wenn Bürger keine Einsicht in die Unterlagen bekommen und nicht gehört werden. Erst recht, wenn es um Millionen an öffentlichen Mitteln geht. Daher setzen wir uns für die betroffenen Bürger ein und versuchen ihre Situation vor Ort zu verbessern. Auch können damit weitere Folgeschäden und unnütze Kosten beim geplanten Projekt in Ellmau vermieden werden. Im Sinne der betroffenen Bürger in Söll hoffen wir, dass unser Prüfanftrag im Landtag auch von den anderen parteien, insbesondere den Grünen, unterstützt wird”, stellt FRITZ-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider fest.