Pflege im Altersheim

“Ein großspuriger Titel allein macht noch keinen großen Wurf, Herr Reheis! Ihr ´Masterplan Pflege` enthält politisch nichts Neues, was sich aus den via Medien der Opposition bekannt gewordenen Eckdaten sagen lässt. Die Zahlen zur Alterung in Tirol sind im Sozialbericht 2010 nachzulesen, genauso wie die Vorschläge für die zukünftige Pflegesituation. SPÖ Landesrat Reheis spricht von 600-800 geplanten Pflegebetten in den kommenden Jahren”, sagt LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Daheim statt im Heim

„Schon vor eineinhalb Jahren, in einer Anfragebeantwortung vom 12. Juli 2010, hat Reheis 660 neuen Pflegebetten bis 2016 in Aussicht gestellt. Frech ist, dass er sein altes Vorhaben jetzt als Wunsch der Bürgermeister präsentiert. Als Soziallandesrat sollten ihm die Wünsche und Anliegen der Betroffenen und ihrer Angehörigen, nicht der Bürgermeister vordringlich am Herzen liegen. Auch wenn es Heimbetten braucht, die teuerste Pflege ist die Pflege im Heim und die Tiroler wollen daheim alt werden. Nur Geld in den Bau von Pflegeheimen zu stecken ist zu wenig!“, erklärt Sozialsprecherin Andrea Haselwanter-Schneider.

Oberstes Ziel: Angehörige unterstützen

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol ist es das Ziel, die pflegenden Angehörigen maximal zu entlasten. Daher ist der erste und wichtigste Schritt der Ausbau der mobilen Dienste.

„Die alten Menschen möchten am liebsten zu Hause alt werden. Das ist nur möglich, wenn wir den tausenden pflegenden Angehörigen  – zumeist Frauen – zahlreiche Unterstützungsangebote zur Verfügung stellen. Die falsche Politik ist es, dass pflegende Angehörige auf sich allein gestellt sind und dann die Pflegearbeit nach einiger Zeit einfach nicht mehr schaffen und die zu Pflegenden ins Heim müssen“, so Haselwanter-Schneider.

Umdenken notwendig

Haselwanter-Schneider will in Tirol einen flächendeckenden Mix aus Pflegebetten, mobiler Pflege, Betreuungsdiensten und Tagesbetreuungsstrukturen. Worüber die Landesregierung auch nicht nachdenkt, sind stationäre Einrichtungen für Klienten mit besonderen Bedürfnissen, wie z.B. Demenzkompetenzzentren, Einrichtungen für Wachkomapatienten und für behinderte, jüngere, pflegebedürftige Menschen. Herr Landesrat Reheis hat dies ja im Falle der behinderten Personen in der Sendung „Thema“ im Dezember 2011 abgelehnt.

„Die ÖVP-SPÖ Landesregierung hat die Entwicklung bisher verschlafen und auch die Ratschläge von Experten hartnäckig ignoriert. Wir haben beispielsweise mehrmals einen Tiroler Altenhilfeplan wie in Bayern gefordert – leider für die Tiroler ohne Erfolg. Wir sagen nicht, dass der Masterplan falsch ist, aber für uns zählt die rasche Umsetzung. Ein weiteres Papier für die Schublade braucht es nicht“, stellt LA Andrea Haselwanter-Schneider klar.