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„Chaosjahre bei der TIWAG-Tochter Achenseeschifffahrt! Wie der Rechnungshof in seinem Bericht aufzeigt, herrscht rund um die Bestellung des Betriebsleiters ein heilloses Durcheinander. Die Achenseeschifffahrt hat laut behördlichen Auflagen bei einer mehr als zehn Tage dauernden Abwesenheit des Betriebsleiters dafür zu sorgen, dass eine fachlich qualifizierte natürliche Person die Agenden des Betriebsleiters übernehmen kann. Das war bei der ASG jahrelang aber nicht der Fall“, berichtet LA Gottfried Kapferer, stellvertretender Obmann des Finanzkontrollausschusses.

Jahrelanges Bestellungschaos rund um den Betriebsleiter!

Der Hintergrund: Der derzeitige Betriebsleiter übernahm mit 1.11.1991 die Führung des Teilbetriebes Achenseeschifffahrt. Mit 1.7.1995 wurde der Betriebsleiter zum Dienst in die ASG abgestellt und ihm darüber hinaus die Handlungsvollmacht für die ASG erteilt. Im Jahr 1999 hat der Betriebsleiter seine Funktion zurückgelegt, wurde aber trotzdem wiederum als Betriebsleiter eingesetzt. Mit 11.4.2005 hat der Betriebsleiter neuerlich seine Betriebsleiterfunktion schriftlich aus gesundheitlichen Gründen sowie aus „fehlendem Vertrauen in seine Arbeit und sein Handeln“ zurückgelegt. Die Geschäftsführung hat diesen Rücktritt nicht mit sofortiger Wirkung angenommen, weil die Ausübung der Betriebsleiterfunktion für den Betrieb der Achensee- und Innschifffahrt Voraussetzung ist und die ASG ohne Abklärung der erforderlichen personellen, konzessions- und schifffahrtsrechtlichen Voraussetzungen nicht kurzfristig – zwei Wochen vor Saisonstart – für eine Nachregelung sorgen könne. Der Betriebsleiter wurde somit bis auf weiteres mit der vorläufigen nautischen Verantwortung betraut. Mit Gesellschaftervertrag vom 20.3.2007 wurde die Geschäftsführung jedoch ermächtigt, Maßnahmen einzuleiten, die für eine rechtzeitige Besetzung der Betriebsleitung zweckdienlich sind. Erst mit Wirkung vom 1.4.2008 – also drei Jahre nach dem Rücktritt des langjährigen Betriebsleiters – hat die Neubesetzung dieser Funktion stattgefunden. Der neue Betriebsleiter hat in weiterer Folge am 21.5.2008 – während der Schifffahrtssaison und nur zwei Monate nach Vertragsbeginn – die Generalversammlung (GV) um eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses ersucht, da er sich außerstande gesehen hatte, eine den Sorgfaltspflichten eines Betriebsleiters entsprechende Einsatzweise des Fahrgastschiffes „Stadt Innsbruck“ zu gewährleisten. Dieses Ansuchen wurde von der GV angenommen und das Dienstverhältnis unverzüglich aufgelöst. Mit schriftlicher Weisung der GV der ASG wurde die Geschäftsführung am 22.5.2008 beauftragt, den vorigen Geschäftsführer (der aus gesundheitlichen Gründen etc. seine Funktion zurücklegen wollte) mit allen Rechten und Pflichten als Betriebsleiter wieder einzusetzen. Mit Schreiben der ASG vom 26.5.2008 wurde die neuerliche Einsetzung des vorigen Betriebsleiters der Behörde bekannt gegeben und von der Tiroler Landesregierung mit Bescheid vom 29.5.2010 genehmigt. Erst am 17.3.2010, also einen Monat nach der Prüfung durch den Landesrechnungshof, haben zwei Mitarbeiter der ASG diese Eignungsprüfung für das Schifffahrtsgewerbe abgelegt.

Völlige Neuausrichtung für Achenseeschifffahrt ist notwendig!

„Die Chaostage bei der TIWAG-Tochter rufen nach Konsequenzen! Die Empfehlungen des Landesrechnungshof sind umzusetzen. Es braucht eine strategische Neuausrichtung der ASG und eine umfassende Betriebsanalyse der Innschifffahrt. Aufbauend auf der Analyse schlägt der LRH vor, ein auf wirtschaftliche Grundsätze orientiertes Nutzungskonzept zu erstellen. Falls die Einnahmen zukünftig nicht gesteigert werden können, sollte der ASG – Teilbetrieb „Innschifffahrt“ eingestellt werden“, erklärt LA Kapferer.