Haus auf Geldscheinen

In Tirol wohnt es sich so teuer wie nirgends sonst in Österreich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der größten österreichischen Immobilien- Internetplattform. Tirol ist das teuerste Wohn-Pflaster Österreichs:

    • Unrühmlicher Spitzenreiter ist Kitzbühel mit 4.069 € pro m².

    • Eigentumswohnungen kosten in Innsbruck durchschnittlich 3.179 € pro m². Zum Vergleich: In der zweit teuersten Landeshauptstadt Salzburg 2.502 € pro m², in den billigsten Landeshauptstädten Eisenstadt und St. Pölten durchschnittlich 1.100 € pro m².

    • Mietwohnungen sind in Innsbruck mit bis zu 12 € pro m² teurer als in Wien.

       

  • Bauland kostet in Tirol 400 € pro m² und mehr. Ausnahme: Mitglieder von Agrargemeinschaften, etwa in Mieming. Sie zahlen 2,90€!

Tirol mit zweit niedrigsten Einkommen und höchsten Wohnkosten!

„Die Tiroler zahlen am meisten für Wohnen und Leben, verdienen aber am zweit wenigsten in ganz Österreich. Wir reden von einem Jahres-Nettoeinkommen von 14.049 € pro Kopf. Das sind 1.171 € netto pro Monat! Es ist beschämend, dass sich die Tiroler mit dem was sie verdienen am wenigsten in ganz Österreich leisten können. Wohnen bindet bis zu 30 % und mehr des Einkommens. In diesem Teufelskreis aus niedrigen Einkommen und hohen Lebens- und Wohnkosten verfangen sich viele, gerade junge Menschen. Die Folgen sind Schulden und das Hängen am Sozialtropf. Die soziale Schieflage nimmt dramatisch zu!“, warnt LA Fritz Dinkhauser.

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol verweist besorgt auf die Fakten zur sozialen Schieflage:

  • Nur 52 % aller Tiroler Arbeitnehmer haben einen Vollzeit-Job

  • In Tirol sind derzeit 15.000 arbeitslos, darunter 3.000 Jugendliche. Dazu kommen tausende in Schulungen und Kurzarbeit, die mit enormen Lohneinbußen kämpfen

  • Laut Sozialversicherung sind über 20.000 Pensionisten in Tirol auf die Ausgleichszulage angewiesen, das ist etwa jeder 6. Pensionist

  • Mehr als 10.000 Tiroler leben von der Sozialhilfe

  • Dazu kommen mehr als 10.000 Bezieher der Notstandshilfe

  • In Tirol waren 2007 laut Statistik Austria etwa 6.800 AlleinerzieherInnen armutsgefährdet

  • 19.800 Kinder sind in Tirol armutsgefährdet

  • Die Familieneinkommen liegen in Tirol 3.000 € unter dem Österreich-Durchschnitt, Alleinerzieher-Einkommen liegen in Tirol 6.000 € unter dem Österreich- Durchschnitt

Leistbares Wohnen ist möglich: Agrargemeinschaften sind ein Anfang!

„Die Menschen müssen wohnen, essen und leben. Die Landesregierung muss sich noch viel stärker um diese sozialen Fragen kümmern. Wo sind die sozialen Lösungen von ÖVP und SPÖ? Ich bin enttäuscht, es geht wenig weiter. Gerade deshalb kämpfe ich darum, das Unrecht bei den Agrargemeinschaften viel schneller zu beseitigen. Mit den Erträge aus der Nutzung des öffentlichen Grundes sind die Gemeinden in der finanziellen Lage, leistbares Wohnen zu ermöglichen. Erst wenn die Grundpreise sinken, ist sozialer Wohnbau auch tatsächlich leistbar”, ist sich LA Dinkhauser sicher.

Nahverkehr gratis machen!

“Bei den Kosten fürs Wohnen spielen auch stark die Kosten für den Öffentlichen Nahverkehr mit. Ein kostenloser Nahverkehr macht für viele Tiroler das Wohnen im Umland und in den Bezirken attraktiver. Es müssen dann nicht mehr alle in Innsbruck oder in der Umgebung von Innsbruck wohnen“, schlägt LA Dinkhauser eine konkret Maßnahmen vor.