Ein Arzt stützt sich auf einem Tisch ab

Maulkorb für Ärzte und TILAK-Mitarbeiter ist untragbar!

Mit Schreiben vom 23. März 2010 an “alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landeskrankenhauses Innsbruck-Universitätskliniken” haben TILAK- und Medizinuni-Verantwortlichen den Ärzten und Mitarbeitern einen Maulkorb verpasst. In diesem Schreiben, das der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol vorliegt, ist den Mitarbeitern untersagt, zu “Fragen der Patientenversorgung sowie zu allen sonstigen betrieblichen Vorgängen des Universitätsklinikums und der TILAK öffentliche Aussagen zu treffen.” Das Landesunternehmen TILAK steht zu 100% im Landesbesitz.

Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-SchneiderÄrzte dürfen uns operieren, aber nicht über ihre persönliches Arbeitsumfeld reden!

“Das Landesunternehmen TILAK verbietet seinen Ärzten und Mitarbeitern per schriftlicher Weisung zu ihrer Arbeitssituation öffentlich Stellung zu nehmen. Es ist absurd, dass uns TILAK-Ärzte im Landesdienst zwar am offenen Herzen operieren, uns aber nicht ihre Situation mit ihrem Arbeitgeber Land Tirol offen schildern dürfen. Diesen Maulkorberlass, den die TILAK ihren Ärzten und Mitarbeitern aufzwingt, wollen wir als Eigentümer der TILAK im Landtag ein für alle Mal abschaffen!”,erklärt FRITZ-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider.

Ärzte-Kritik hilft, Probleme zu erkennen und zu lösen!

“Wer, wenn nicht die Ärzte als Praktiker, soll über die Zustände an der Klinik und in den Spitälern, die Probleme, Mängel und Fehler reden dürfen? Wie sollen Missstände aufgezeigt und anschließend vom Eigentümer Land Tirol behoben werden, wenn diejenigen, die sie am eigenen Leib tagtäglich erfahren, sie nicht öffentlich kundtun dürfen? Die laufende Debatte um die Ärztearbeitszeit beweist, wie notwendig es für den Gesetzgeber ist, wenn er offen und ungeschminkt die tatsächliche Situation erfährt, so wie sie sich täglich an der Klinik und in den Spitälern des Landes abspielt”, ist Andrea Haselwanter-Schneider überzeugt.

Schluss mit Politik a la Hände falten – Goschn halten

“Hände falten, Goschn halten darf nicht der Umgang des Arbeitgebers Land Tirol mit seinen Mitarbeitern sein! Einen solchen Maulkorb für die eigenen Mitarbeiter kennt man ansonsten aus autoritären Systemen oder Diktaturen, aber nicht von einem Landesunternehmen, das auch Vorbildcharakter haben soll”, stellt Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider klar.

Tiroler ÖVP Politiker mit "Je suis Charlie" SchildernListe FRITZ bringt Maulkorberlass in Tiroler Landtag

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat einen Dringlichkeitsantrag im Tiroler Landtag eingebracht, damit dieser den Maulkorberlass für die Mitarbeiter und Ärzte des Landesunternehmens TILAK zurücknimmt.

Zum Nachlesen:

ÖVP: Meinungsfreiheit nur am Schild?

“Mit diesem Maulkorb für ihre Mitarbeiter wollen sich die TILAK-Führung und Landesregierung informierte Kritiker vom Leib halten. Dieses Kritikverbot ist für uns zutiefst undemokratisch und untragbar, zumal auch für die Ärzte im Landesdienst das Recht auf freie Meinungsäußerung gelten muss! Natürlich geht es nie und nimmer um die Preisgabe sensibler Patientendaten, sondern um die Darstellung der eigenen Arbeitssituation. Nachdem derzeit ja alle für Meinungsfreiheit sind und ÖVP & Co nach dens chrecklichen Attentate von Paris als Aktionismus für Meinungsfreiheit “Charlie-Schilder” in die Höhe halten, sollten alle Landtagsabgeordneten für unseren Landtagsantrag eintreten und gegen Redeverbote sowie für Meinungsfreiheit auftreten”, meint Andrea Haselwanter-Schneider.

Foto: pixelio.de; dietiwag.org