Hypo Tirol Bank Zentrale

 ÖVP und SPÖ wollen der Landesbank Hypo Tirol nach dem Millionen-Debakel frisches Steuergeld der Tiroler in der Höhe von 230 Millionen Euro zuschießen. Die Landesbank musste in den letzten drei Jahren 260 Millionen Euro, das sind mehr als 3,5 Milliarden Schilling, abschreiben.

ÖVP-SPÖ: Zuerst Steuergeld, dann Prüfung

„ÖVP und SPÖ zäumen das Pferd von hinten auf. Sie wollen jetzt Geld an die Hypo Tirol geben ohne jetzt alle Risiken zu kennen, das ist unverantwortlich und das lehnen wir ab. Wir wollen dagegen frisches Steuergeld erst dann in die Landesbank Hypo Tirol zuschießen, wenn wir über alle Risiken, die noch in den Büchern der Landesbank schlummern, Bescheid wissen”, erklärt Klubobmann LA Bernhard Ernst, der bei der heutigen Hypo-Sitzung mit dabei war.

Zum Nachlesen: Das Hypo-Millionendebakel. Eine Chronologie

Liste FRITZ: Zuerst Prüfung, dann Steuergeld

“Daher haben wir im ersten Schritt eine sogenannte Due Diligence-Prüfung zur Durchleuchtung sämtlicher Hypo-Geschäfte gefordert und ein entsprechendes Konzept heute auch vorgelegt. Nach Vorliegen der Ergebnisse dieser Prüfung durch Experten können wir dann über Geldspritzen für die Landesbank weiterreden. Eine solche Prüfung führen Experten in sechs bis acht Wochen durch, sie ist international standardmäßig üblich, wenn Banken saniert, fusioniert oder übernommen werden. Wir halten es für falsch, jetzt in einer Ho-Ruck Aktion 230 Millionen Euro Steuergeld der Tiroler an die Hypo zu geben, bevor alle Fakten und Risiken auf dem Tisch liegen. Selbstverständlich stehen zu und hinter der Landesbank“, stellt Klubobmann LA Bernhard Ernst klar.

ÖVP Hü-Hott zur Hypo: Millionen nötig – nein, vielleicht, ja und zwar schnell…

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol zeigt sich erstaunt und erschüttert, dass maßgebliche Vertreter der ÖVP rund um das Millionen-Debakel der Landesbank Hypo Tirol täglich unterschiedliche Aussagen in Millionenhöhe machen.

„Zuerst hat der zuständige ÖVP Finanzlandesrat Switak verlautbaren lassen, dass die Hypo keinen Kapitalbedarf hat, jetzt drängen ÖVP Landeshauptmann Platter und sein ÖVP Wirtschaftssprecher, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Landesbank Hypo ist, auf eine rasche Geldspritze. Zuerst sollten es 100 Millionen Euro sein, dann 200 Millionen und jetzt 230 Millionen Euro. Diese chaotische Vorgangsweise ist keineswegs angetan, um die Situation rund um die Landesbank Hypo Tirol, um die Mitarbeiter und Kunden zu beruhigen. Umso wichtiger ist es, in dieser Lage Experten vor Ort detailliert Einschau halten zu lassen und erst dann über weitere Geldspritzen durch die Steuerzahler zu entscheiden. Laut maßgeblichen Experten verfügt die Landesbank Hypo nämlich über genügend Liquidität, um ihre Geschäfte weiterzuführen“, stellt LA Bernhard Ernst klar.