Geldscheine

„Natürlich ist jedem Arbeitnehmer, der seine Job verliert, bestmöglich zu helfen. Aber die Landesarbeitsstiftung war als Netz für jene Firmen gedacht, die das Geld nicht haben um soziale Brücken zu bauen. Für Swarovski gilt das sicher nicht. Landeshauptmann Platter muss wissen, wenn Swarovski jetzt Landesgeld bekommt, müssen es alle Unternehmen im Land auch bekommen. Damit tritt eine finanzielle Lawine los, die das Land nicht bewältigen kann. Das Geld fehlt dann für die Kinderbetreuung, für die Bildung und für die Pflege.“, warnt LA Fritz Dinkhauser von der zweitstärksten politischen Kraft im Land.

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol ist eine Landesarbeitsstiftung gut in Normalzeiten, aber nicht geeignet für Krisenzeiten. Die wirtschaftliche Lage wird sich weiter zuspitzen. Laut einer bisher vertraulichen Studie des Wirtschafts- und Finanzausschusses (WFA), dem die europäischen Finanzminister angehören, wird den europäischen Ländern 2010 das Geld ausgehen. Laut Studie haben die EU-Staaten kaum noch Finanzmittel, um mit weiteren Bankenrettungs- und Konjunkturpaketen gegen die Wirtschaftskrise anzukämpfen. Schlagend wird das Problem genau dann, wenn die Krise am stärksten für alle spürbar ist.

Gute Idee der Landesarbeitsstiftung steht auf dem Spiel!

„Der Bund hat Tirol schon jetzt 60 Millionen Euro weniger an Steuereinnahmen in Aussicht gestellt. Geld, dass der Finanzreferent im Landesbudget eingeplant hat, obwohl wir ihn bei der Budget-Diskussion auf die Gefahr hingewiesen haben, dass das Geld nicht kommen könnte. Woher nimmt Landesrat Switak jetzt die fehlenden Millionen? In so einer Situation sagt der Landeshauptmann dann noch einem weltweit erfolgreichen Parade-Unternehmen, das zuletzt Gewinne wie noch nie und mit 2,5 Milliarden Euro einen Umsatz in der Höhe des Landesbudgets geschrieben hat, Landesgelder zu. Damit macht er die eigentlich gute Idee einer Landesarbeitsstiftung kaputt. Denn für die vielen Klein- und Mittelunternehmen bleibt kein Cent mehr in der Landesarbeitsstiftung übrig.“, so LA Dinkhauser.

Normalerweise finanzieren Unternehmen ihren Sozialplan selber. Das machen auch Firmen wie das Versandhaus Quelle, das sich derzeit in einer Krise befindet. Von einem weltweit erfolgreichen Konzern wie Swarovski ist erst recht zu erwarten, dass er sich seiner sozialen Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern bewusst ist.

Bedarfs-Forschung notwendig: Nicht die Menschen blind weiter bilden!

„Wenn Swarovski nur deshalb keine eigene Stiftung einrichten will, weil das Unternehmen das für Image schädigend hält, dann lehne ich das ab. Ganz wichtig ist eine ordentliche Bedarfs-Forschung. Wenn wir die Menschen in einer Stiftung weiterbilden, müssen wir genau wissen, wofür. Wissen denn Land und AMS was der Krisen gebeutelte Arbeitsmarkt jetzt braucht? Ich fürchte sie bilden blind aus. Sie geben die Menschen in eine Stiftung, bilden sie weiter und wissen dann nicht, was sie mit den Menschen tun sollen. Das ist eine Geldverbrennung öffentlicher Mittel. Wenn nämlich die Rahmenbedingungen jetzt in der Krisenzeit nicht da sind, ist die Landesarbeitsstiftung gut gemeint, aber schlecht getroffen!“, so LA Fritz Dinkhauser.