Geldscheine

Seit 1981 steht Rudi Mössinger im Dienst des Landes Tirol. Seit Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im Integrations- und Behindertenbereich, hält Vorträge und hat zwei Bücher geschrieben. Jetzt mit 45 Jahren will ihn sein Dienstgeber in Pension schicken. Rudi Mössinger ist von Geburt an behindert und sitzt im Rollstuhl.

„Ich will und ich kann arbeiten, aber ich weiß nicht wie es weiter geht. Ich bin ich sehr enttäuscht vom Land Tirol, weil sie mir sagen, sie hätten keine Verwendung mehr für mich. Ich spüre schon länger, dass sie mich los werden wollen, aber ich hätte nicht gedacht, dass sie mich so abservieren. Ich habe Landeshauptmann Platter und seinen Landesräten Briefe geschrieben, aber bis heute keine Antwort erhalten. Ich frage mich bin ich und sind wir Menschen mit Handicap Menschen zweiter Klasse? Ich fordere Landeshauptmann Platter auf, das Gespräch mit mir zu suchen und sich nicht hinter seinen Mitarbeitern zu verstecken, die mir ausrichten, ich sei ein Thema für die Personalabteilung. Platter muss für die Menschen da sein und nicht nur repräsentieren“, sagt Rudi Mössinger.

Liste FRITZ deckt auf: Land Tirol zahlt mehr als 1 Million € Strafgelder statt Menschen mit Behinderung zu beschäftigen!

Recherchen der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol belegen, dass Rudi Mössinger kein Einzelfall ist. Die nach dem Behinderteneinstellungsgesetz geforderte Quote für Menschen mit Behinderung – ab 25 Arbeitnehmern ein Mensch mit Behinderung – erfüllt das Land Tirol bei weitem nicht.

„Das Land Tirol ist nicht schlecht in der Verwaltung, aber in seinen Landesunternehmen hapert es gewaltig. So sind etwa bei der TILAK 120, der TIWAG 30, der Hypo 20 und den Tiroler Schulen mehr als 250, also insgesamt mehr als 400 Stellen für Menschen mit Behinderung nicht besetzt. Dafür zahlt das Land Tirol heuer weit mehr als eine Million Euro an Strafgeldern. Würde das Land Tirol dagegen die Quote erfüllen, würde es sogar Prämien von rund einer Million Euro bekommen. Das Land hat eine soziale Vorbildfunktion. Wenn das Land Menschen mit Behinderung nicht die ihnen zustehenden Arbeitsplätze gibt, warum will die Politik es dann von privaten Unternehmen verlangen? Es ist unglaublich, dass Herr Mössinger nicht einmal eine Antwort auf seine Briefe und keinen Gesprächstermin bekommt“, stellt Fritz-Sozialsprecherin LA Dr. Andrea Haselwanter-Schneider klar.

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol unterstützt Menschen mit Behinderung aktiv. Daher haben wir einen Antrag im Landtag eingebracht.

Im Wortlaut: