Eine Patientin im Krankenhaus Kitzbühel

Aus für Krankenhaus Kitzbühel: Der letzte Akt im Drama

ÖVP-Landesrat Tilg und ÖVP-Bürgermeister Winkler haben die politischen Versprechen, mit der Nachnutzung des Krankenhauses Kitzbühel insbesondere eine Versorgung der einheimischen Bevölkerung mit Kassenvertragspartnern aus den Bereichen Chirurgie, Unfallchirurgie und Innere Medizin zu gewährleisten, nicht eingehalten.

“Nachdem vergangenen Montag mit dem Verkauf des Baurechts des Krankenhauses im Gemeinderat der letzte Akt aus dem Drama ‚Krankenhaus Kitzbühel‘ geschrieben wurde, haben wir einen Strich unter die Sache gemacht und geschaut, was nun für die einheimische Bevölkerung von den Versprechungen der Politik übrig geblieben ist. Das Resümee fällt ernüchternd aus, statt einem öffentlichen Krankenhaus für die Allgemeinheit haben die Kitzbühelerinnen und Kitzbüheler nun ein Gesundheitsangebot, das sich bis auf wenige Ausnahmen an die Reichen richtet“, erklären Susanne Wunderer, Bezirkssprecherin der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol, und Peter Scheiring.

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ÖVP-Politik: 3-Säulen-Modell versprochen und gebrochen!

Per 31. Dezember 2009 hat die ÖVP-Politik das Krankenhaus Kitzbühel – trotz heftiger Proteste aus der Bevölkerung – geschlossen. Auf die Frage, wie die medizinische Versorgung (insbesondere die unfallchirurgische) der Einheimischen nach der Schließung des Krankenhauses gesichert sein soll, hat die ÖVP-Politik stets das „3‑Säulen‑Nachnutzungskonzept“ genannt. Die 3 Säulen umfassen eine ambulante Versorgung, ein Sanatorium und eine stationäre Rehabilitation.

Insbesondere die ambulante Versorgung durch Vertragsärzte aus den Bereichen Chirurgie, Unfallchirurgie und Innere Medizin sind nicht gegeben. Gerade das wäre für Kitzbühel als Sportstadt so wichtig gewesen. Auch die beiden anderen Säulen sind nicht im Sinne der Bevölkerung umgesetzt. Wie kann man von einer Nachnutzung des Krankenhauses sprechen, wenn man daneben ein völlig neues Gebäude für eine Reha-Einrichtung errichtet?“, fragen sich Susanne Wunderer und Peter Scheiring.

Viele Fragen um Sanatorium Kitzbühel

Auch die dritte Säule, das Sanatorium, das laut Gemeinderatsbeschluss vom 9. Jänner 2013 die Bereiche Unfallchirurgie, plastische Medizin und Oralchirurgie umfassen soll, wirft Fragen auf. Um aus dem in die Jahre gekommenen Krankenhausgebäude ein modernes Sanatorium machen zu können, sollte das Baurecht auf 75 Jahre verkauft werden. Der Gemeinderatsbeschluss dazu kam unter höchst fragwürdigen Umständen zustande. Dabei reicht die Palette von der Anweisung des Bürgermeisters, den betreffenden Vertrag keinem Gemeinderat auszuhändigen, über Gelder, die im Budget 2013 berücksichtigt wurden und zufällig genau dem Verkaufserlös aus dem Baurecht entsprechen bis zu theaterreifen Vorstellungen im Gemeinderat, um einen Verstoß gegen die Tiroler Gemeindeordnung (TGO) zu reparieren.

“Die Angelegenheit ist mittlerweile bei der Volksanwaltschaft anhängig“, erläutert Peter Scheiring.

Liste FRITZ: Anlassfall um die Gemeindeordnung im Landtag zu ändern!

“Damit es künftig nicht mehr passieren kann, dass Gemeinderäte über Verträge entscheiden, die sie nicht kennen, die aber unsere Urenkel noch betreffen”, kündigt Susanne Wunderer in Absprache mit Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider und Landtagsabgeordnetem Andreas Brugger einen Antrag im Landtag auf Änderung der Tiroler Gemeindeordnung an.

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