Ein Kind mit Therapiehelm

Der Tiroler Landtag wird nächste Woche den Antrag der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol (Antragsteller Fritz Dinkhauser) “Tiroler Kindern und Eltern helfen – Kosten für Helmtherapie übernehmen!” einstimmig beschließen.

Helmtherapie zahlen Eltern – schmerzhafte & teure Operation ist gratis!

„Es geht um Kleinkinder, die eine Kopf-Deformation oder Kopf-Asymmetrie haben. Diese können mit oder ohne Operation behandelt werden. Im vergangenen Jahr waren es 70 Fälle an der Klinik Innsbruck. Eltern, die die Kosten von 1.900 Euro für die anerkannte und wirksame Helmtherapie tragen können, entscheiden sich für die schonende und schmerzfreie Helmtherapie. Eltern, die das Geld nicht haben, für eine fürs Kind schmerzhafte Operation”, erläutert LA Fritz Dinkhauser.

Fritz Dinkhauser in den Medien:

Krankenkasse zahlen unterschiedlich

“Die Krankenkassen erstatten ganz unterschiedliche Sätze retour, die Tiroler Gebietskrankenkasse etwa 411 Euro, die Vorarlberger Krankenkasse 900 Euro, andere Krankenkassen zahlen alles. Das völlig falsche am System derzeit ist, dass die Allgemeinheit die Kosten für die Operation, die zig tausende Euro ausmacht, übernimmt, aber die Eltern die Kosten für die viel günstigere und schmerzfreie Helmtherapie zum Großteils selber zahlen sollen. Das ist ungerecht, unsozial und wirtschaftlich unsinnig“, meint LA Fritz Dinkhauser.

Hintergrund:

Fritz Dinkhauser und Peter Bucher mit einem TherapiehelmMutiger, betroffener Vater ergreift Initiative!

Initiator für den Antrag von Fritz Dinkhauser war Peter Bucher aus Münster, Vater eines betroffenen Kindes.

„Unser Sohn Matthias ist im Oktober 2009 nach einer schwierigen Geburt mit einer Schädelasymmetrie auf die Welt gekommen. Wir sind vor der Entscheidung gestanden, ihn mittels Helmtherapie behandeln zu lassen oder zu warten bis er mit drei Jahren operiert werden kann. Bei der Operation muss die Haut weggenommen und der Schädel gebrochen werden. Natürlich wollten wir unserem Kind diese schmerzhafte Operation ersparen”, erzählt Peter Bucher.

“Tiroler Sturschädel” kämpft gegen Ungerechtigkeit!

“Mich hat aber geärgert, dass wir die teure Operation bezahlt bekommen hätten, die günstigere und schonendere Helmtherapie aber zahlen müssen. Mein anschließender Kampf um Übernahme der kompletten Kosten für die Helmtherapie hat mich erfolglos von der Tiroler Gebietskrankenkasse zu Landesrat Tilg und Bundesminister Stöger bis zum Volksanwalt geführt. Schließlich habe ich mich an Herrn Dinkhauser gewandt und freue mich jetzt, dass der Landtag den Antrag einstimmig annimmt. Matthias musste den Helm 3 Monate, jeweils 23 Stunden am Tag tragen, die Deformation ist weg und ihm geht es gut“, erzählt Peter Bucher, Vater des betroffenen Matthias.

Bis Kostenübernahme politisch fixiert ist, soll Land Kosten tragen!

„Es ist eine soziale Sternstunde, dass alle Parteien Handlungsbedarf sehen und im Landtag zustimmen. Wir werden jetzt die Umsetzung des Antrages genau verfolgen und inzwischen soll das Land Tirol die Kosten für die Helmtherapie übernehmen. Für den einzelnen geht es um viel Geld, für das Land um nicht ganz 140.000 Euro pro Jahr. Das muss der Politik ihre Fürsorgepflicht für die beste medizinische Versorgung wert sein“, sagt Dinkhauser.