Kindergartenkinder

Seit 1. September 2010 ist das neue “Kinderbildung- und Kinderbetreuungsgesetz” in Kraft. Die ÖVP-SPÖ Landesregierung hat einen “Meilenstein” für die Tiroler Familien versprochen. Laut der zuständigen ÖVP Landesrätin Palfrader werde ein “ganztägiges, ganzjähriges und flächendeckendes Angebot” geschaffen.

132 Gemeinden befragt: Ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung bleibt Wunschtraum!

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat 132 von 279 Gemeinden (47%, nur die größeren Gemeinden, ohne Innsbruck) telefonisch befragt. Wie schaut die Kinderbetreuung jetzt aus und was hat sich für die Tiroler Familien wirklich verbessert?

“Die Kinderbetreuung in Tirol ist nach wie vor Flickwerk. Die Ankündigung von Platter, Gschwentner und Co. ein ganzjähriges und ganztägiges Angebot zu schaffen, ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Dieses Angebot gibt es in den meisten Gemeinden Tirols noch immer nicht. Ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung in Tirol ist ein Politik-Märchen!”, stellt LA Andrea Haselwanter-Schneider zu den Ergebnissen der Befragung klar.

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Die zentralen Ergebnisse der Befragung – die Kinderkrippen (0 bis 3 Jahre):
  • Jede 3. Gemeinde in Tirol (35%) hat keine Kinderkrippe, bietet also keine Kinderbetreuung für unter 3-Jährige an
  • 70% der Kinderkrippen sind nur halbtags, vormittags (7.30-12.30) geöffnet
  • Nur 29% der Kinderkrippen haben ganztags (7.30-17.00) offen
  • 23% der Kinderkrippen machen Jahresferien wie die Schule (Sommer, Herbst, Weihnachten, Semesterferien, Ostern etc.)
  • Nur 26% der Kinderkrippen haben den ganzen Sommer offen

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Die zentralen Ergebnisse der Befragung – die Kindergärten (3 bis 6 Jahre):
  • 92% der Gemeinden haben ihren Kindergarten halbtags, vormittags (7.30-12.30) geöffnet
  • nur jede 5. Gemeinde (20%) hat den Kindergarten ganztags (7.30-15.30) geöffnet
  • Nur 3% der Gemeinden haben den Kindergarten ganzjährig durchgehend offen
  • 37% der Kindergärten machen Jahresferien wie die Schule (Sommer, Herbst, Weihnachten, Semesterferien, Ostern etc.)
  • 17% der Gemeinden bieten durchgehende Sommerbetreuung in mindestens einem Kindergarten an

KindergartenkindViele Tiroler Eltern auf Kinderbetreuung angewiesen!

“Eltern geben ihr Kind nicht gerne ab, aber in vielen Tiroler Familien müssen beide Elternteile arbeiten gehen, um sich das teure Wohnen und Leben leisten zu können. Viele können dabei nicht auf die Großeltern zurück greifen. In manchen Familien wollen auch beide Elternteile arbeiten gehen”, sagt LA Andrea Haselwanter-Schneider.

ÖVP-SPÖ: Ausreichende Kinderbetreuung als Stiefkind!

“Wenn ÖVP und SPÖ die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wirklich wollen, müssen sie für ausreichend Kinderbetreuungsplätze sorgen. Sie dürfen die Verantwortung dafür nicht nur auf die Gemeinden abschieben. Wir wollen, dass Kinderbetreuung in Tirol wirklich ganztägig, ganzjährig und gratis ist. Ganztägig heißt mindestens acht Stunden, und ganzjährig heißt ohne wochenlanges Zusperren in den Ferien”, erklärt LA Fritz Dinkhauser.

Alle Details zu den 132 untersuchten Gemeinden: Kindergärten & Kinderkrippen